Umwelt
Am Irseer Bach verändert ein Biber die Auenlandschaft - Wasserwirtschaft, Gemeinde und Fischerei stört das aber nicht

Einst bedroht sorgt der Biber nun in der Region für Aufregung: In Kaufbeuren knabbert derzeit ein Nagetier im Jordanpark und in Leinau ist schon seit Längerem ein Tier dabei, Bäume an der Wertach zu fällen. Nun gestaltet ein Biber die Auenlandschaft am Irseer Bach um. «Der arbeitet da eindrucksvoll an seinem Familienheim», flachst Bürgermeister Andreas Lieb. Betroffene und Experten sind von dem Tier an dem Bach begeistert.

Erst der Mensch habe durch die Begradigungen der Gewässer zur Landgewinnung die Feuchtgebiete zerstört und damit auch den Lebensraum der Biber. Inzwischen ist das bedrohte Tier aber wieder über die größeren Flüsse bis in das südliche Allgäu vorgedrungen. Da der Nachwuchs nicht in den drei bis acht Kilometer langen Revieren bleiben darf, wandert der langsam die angrenzenden Bäche aufwärts und erobert neue Lebensräume. Im Sommer bleibe das meist unentdeckt, da sich die Tiere von Gras und über 100 weiteren Pflanzenarten ernähren.

Im Winter allerdings greifen die Säugetiere auf Rinde zurück.

Da sie zwar gute Schwimmer, aber schlechte Landgänger sind, nagen sie die Bäume am Ufer an und lassen sie in die Gewässer fallen, um sich dort deren Rinde schmecken zu lassen, erläutert Schreiter. Die Bäume und Äste dienen wiederum für Biberburgen und zum Aufstauen von Gewässern, damit diese tief genug zum Schwimmen sind.

Die Wasserwirtschaft und die Fischerei lobten mittlerweile die kreativen Tiere. Das bestätigt Peter Konrad: «Die Fischer stört das nicht, denn Biber gestalten die Natur», berichtet der Vorsitzende des Kaufbeurer Fischereivereins. Doch ein Haar findet er in der von Bibern angerichteten Wassersuppe: Wo Menschen leben und arbeiten, sei die Kreativität der Säuger nicht angebracht. So gebe es nämlich einen weiteren Biber am Eiberger Weiher, den der Fischereiverein bewirtschaftet.

Dort habe das Tier schon für einige Schäden gesorgt - unter anderem beschädigte er die Straße nach Oggenried. Dennoch begrüßten die Fischer ansonsten die tierischen Holzkünstler. «Biber bauen nämlich neue Lebensräume für Jungfische, Amphibien und Insekten», so Konrad.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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