Umgehungsstraße
Altbürgermeister Haug kritisiert Gemeinderat

Bis zur 15. Minute der Aussprache verlief die Pforzener Bürgerversammlung völlig unaufgeregt. Dann ergriff Altbürgermeister Max Haug das Wort. Er kritisierte scharf die aktuellen Planungen zum Bau einer Umgehungsstraße für Pforzen. Bereits in den 1980er Jahren sei die Nordumfahrung in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden. Er verstehe nicht, warum man nun nach weiteren Lösungen suche. Diese Lösungen hatte Bürgermeister Hermann Heiß zuvor vorgestellt. Haug erteilte den weiteren Varianten eine klare Absage und forderte den Gemeinderat mit den Worten 'Man kann es nicht allen recht machen!' auf, sich für ein Modell zu entscheiden und dies durchzusetzen.

Die Nordumgehung hätte längst gebaut sein können. So hätte Altlandrat Adolf Müller unlängst behauptet, man sei kurz vor dem Ziel Baubeginn gewesen. Er verstehe nicht, warum die Gemeinde jetzt neue Planungen suche. Wäre Müller noch etwas länger im Amt gewesen, wäre das Projekt sicher schon gebaut. Aber, so Haug, nichts sei passiert seit der Wahl Johann Fleschhuts zum Landrat im Jahre 2002.

Haugs Ausführungen gipfelten in der Behauptung: 'Es wäre ein Meisterstück dörflicher und kommunalpolitischer Dummheit, eine Umgehungsstraße zwischen Pforzen und Leinau zu bauen!' Dies ist eine derzeit diskutierte Variante.

Heiß entgegnete seinem Vorgänger, der Altlandrat habe 30 Jahre Zeit zur Realisierung gehabt – und die Umfahrung sei immer noch nicht da. Er plädierte dafür, die Vergangenheit ruhen zu lassen und jetzt auf der neuen Situation aufzubauen.

Deutlicher konterte Gemeinderat Günther Kreit die Aussagen Haugs: 'Ich halte es für nicht angebracht, aktuelle Mandatsträger fast beleidigend anzugehen', sagte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins 'Pro Umgehungsstraße Pforzen'. Er halte es für zielführend und legitim, weitere Lösungen zu entwickeln und genaue Fakten zu schaffen, um abwägen zu können.

Eine gute Diskussion sei notwendig. Es gelte, dass alle an einem Strang ziehen. Die Interessen der Betroffenen/Anwohner seien dabei zu berücksichtigen.

Ein weiteres Thema bei der Bürgerversammlung war die Wasserversorgung. Heiß informierte über verschiedene Konzepte (Sanierung der Quelle in Irsee plus Neubau eines Hochbehälters und Wasserbezug aus Kaufbeuren). Das innerörtliche Leitungsnetz müsse auf jeden Fall ertüchtigt werden. Das werde teuer.

Der Vorsitzende der Initiative 'Pro Umgehungsstraße Pforzen', Leonhard, forderte, die Germaringer Straße sicherer zu machen. Dies könne durch Geschwindigkeitsanzeiger, Tempolimits und mittels Bau eines Kreisverkehrs erfolgen. Die Gemeinde kümmere sich bereits darum, so Bürgermeister Heiß.

Günther Kreit bat um Meldung von Beispielen für Verkehrsgefährdungen im Ort, um ein aktuelles Lagebild zu bekommen.

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