Heimatreporter-Beitrag
Als Greta die Welt spaltete

Die Welt durch eine Brille sehen?
  • Die Welt durch eine Brille sehen?
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  • hochgeladen von Stephan Wiegand

Ich möchte direkt damit anfangen, dass ich hier nur meine eigene Meinung wiedergebe. Ich weiß auch gar nicht wie Sie das ganze aufnehmen. Was ich meine? Na Greta Thunberg!
Das kleine Mädchen, dass nicht zuletzt mit seiner Wutrede beim Klimatreffen in New York die Welt gespaltet.
Auf einmal sind alle Spezialisten. Die einen hätten sowieso Greta nicht erlaubt da hin zu gehen, die anderen rufen lauthals was sie der kleinen „Göre“ nicht alles antun würden. Dass Trump sich über sie lustig macht ist ja schon fast eine Auszeichnung.
Aber irgendwie ist das wofür Greta eintritt in den Hintergrund geraten. Unter meinen 1917 Facebook Freunden und 2501 Facebook Followern sind auf einmal 90% Umweltexperten und Erziehungsexperten.
Wo bin ich dabei selbst? Also meine Angst vor extremer Klimaveränderung hat sich ja längst bewahrheitet. Da nutzen die Unkenrufe – zumeist aus dem rechten Lager – nichts. Die Temperaturen sind am Steigen. Wer noch nach Beweisen sucht sollte heute die Leute aus der Ortschaft am Mont Blanc befragen die ihre Häuser verlassen mussten weil der Gletscher abzubrechen droht.
Aber zurück – ich will ja keine Politische Diskussion eröffnen. Meine Frage war – wo bin ich bei der ganzen Diskussion?
Hin und Her gerissen von Greta überwiegt doch etwas die heimliche Verneigung dafür, dass sie sich so eisern für die Umwelt einsetzt. Und ja – sicherlich werden in einer gewissen Art und Weise da auch die Eltern dahinterstehen. Hätten die Greta verboten für ihre Ideale einzustehen dann wäre es vermutlich längst still geworden um sie.
Instrumentalisieren die Eltern ihre Tochter? Ich glaube ja, dass ganz viel über Erziehung passiert. Man nimmt wirklich viel aus dem Elternhaus mit. Da meine Oma (väterlicher Seits) Jüdin war habe ich ganz viele Sachen in der Erziehung über „Fremde“ gehört. Und mein Opa (mütterlicher Seits), der Schneidermeister, der im zweiten Weltkrieg sich geweigert hat, die Uniformen der Nazis zu nähen, hat gewiss auch ganz andere Ansichten zu den rechten hinterlassen. Und ja – deshalb glaube ich, dass man schon sehr viel aus dem Elternhaus mitnimmt. Ob jetzt Gretas Eltern ihr Kind vorschieben – das glaube ich ganz ehrlich nicht. Ich habe Gretas Wutrede im Fernsehen gesehen und für mich ein Kind gesehen, dass für seine Überzeugungen eintritt.
Und da liegt glaube ich der Wurm begraben. Ein Kind stellt sich da hin und erklärt den Erwachsenen, den mächtigen dieser Welt, „Wie können Sie nur!“ Eben diese mächtigen die uns doch mit Zuckerbrot und Peitsche glauben machen wollen, dass alles halb so schlimm ist.
Also – als ich heute früh den Fernseher eingeschaltet habe, um beim morgendlichen Kaffee das Frühstücksfernsehen zu sehen, und dann die Nachrichten vom Mont Blanc gesehen habe, war ich bedient mit „wir tun doch alles!“
Irgendwie kam eher Wut in mir hoch. Wie können sich manche Nationen hinstellen und alles verharmlosen? Warum ist es so schwer einen Konsens zu finden?
Ich mag auch nicht mehr die Bilder sehen, wie Tiere in den Meeren im Plastikmüll verenden. Aber hallo?
Extrem ist mir zu extrem – egal ob das nun rechts oder links ist. Aber ich glaube ja, dass wir an einem Punkt sind wo wir aufhören müssen uns gegenseitig vorzuwerfen wer woran schuld ist. Ich glaube, dass es längst an der Zeit ist zusammen zu rutschen und zu versuchen das Beste zu geben. Ich weiß wirklich nicht wie das bei Ihnen ist – oder war. Als ich ein Kind war und noch zur Schule ging war es total in so groß wie möglich den Spruch auf dem Block zu haben mit „Erst wenn der letzte Baum gerodet, …“ Das hat solche Wellen geschlagen damals, dass Lehrer sich dazu genötigt fühlten mit uns Kids darüber im Unterricht zu reden. Ich habe mir damals schon oft Gedanken gemacht, ob es wirklich so schlimm ist. Und ob ich denn überhaupt mal meinen 50. Geburtstag erleben werde? Nun – okay das wäre geschafft. Aber, rein umwelttechnisch geht es immer mehr bergab. Immer wieder neue Katastrophenmeldungen, Wetterkapriolen und beinahe täglich Meldungen welche Tierart vom Aussterben bedroht ist.
Hallo – ausgestorben heißt weg vom Fenster. Kurzsichtig ist zu sagen – naja brauche ich nicht zum Überleben. Aber da hängt ja auch immer ganz viel hinten dran. Kausalität?
Oder – zugegebenen Maßen kleine Themaverfehlung – was ist mit den von uns Menschen zerstörten Weltkulturerbe? Zuletzt durch den IS.
Weg ist weg!
Hey, ich bin chronisch krank, schwerbehindert und fühle mich momentan als ob ich auf der Zielgeraden sei. Aber es lässt mich nicht kalt was da um mich herum passiert. Okay – ich kann vielleicht nicht so wirklich bei irgendwelchen Aufräumaktionen dabei sein. Aber ich kann meinen Senf dazu geben. Und ich glaube, dass momentan der Beste „Senf“ in der Mitte liegt. Es sind schon viele aufgestanden und haben den Zeigefinger gehoben. Das möchte ich nicht.

Haben Sie schon mal drüber nachgedacht? Was ist denn wenn Greta recht hat? Was wenn alles kurz vor dem Kollaps steht? Dann helfen doch keine Schuldzuweisungen mehr etwas. Dann ist es auch für Entschuldigungen zu spät. Ich glaube, dass momentan nur eines hilft: Aufeinander zugehen, Ärmel hochkrempeln und jeder bringt sich so gut wie möglich ein!
Und das ist wofür ich eintreten möchte!
Ich kann vielleicht nicht bei Aufräumaktionen dabei sein. Aber vielleicht ist es ja schon ein Beitrag keine Plastiktüten mehr zu benutzen. Vielleicht bekomme ich mein Getränk auch in Glasflaschen anstatt PET, usw.
Vielleicht hilft es ja, wenn ich nicht jeden Tag Fleisch esse.
Da bin ich mir ja ganz sicher, dass Sie da viel besser bescheid wissen als ich.

Können wir also vielleicht einfach mal Greta Greta sein lassen? Vielleicht ist das jetzt die Chance. Und wenn ich recht habe – dann können wir uns es nicht leisten die verstreichen zu lassen. Es geht hier nicht mehr um irgendwelche politischen Siege. Es ist längst egal ob das nun die Grünen zu erst wussten oder doch jemand anderes.

Autor:

Stephan Wiegand aus Kaufbeuren

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