Freundschaft
60 Franzosen aus Partnerort Campbon in Biessenhofen ndash Auch politische Themen diskutiert

Zum Ferienbeginn haben wieder mehr als 60 Franzosen aus dem 1224 Kilometer entfernten Campbon in der Bretagne die Gemeinde Biessenhofen besucht. Bei der Ankunft begrüßten Biessenhofens Bürgermeister Wolfgang Eurisch und Markus Trinkwalder als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees viele bekannte, aber auch viele neue Gesichter aus Campbon.

Bei gutem Wetter besichtigten die Gäste in Wald den landwirtschaftlichen Betrieb und Gasthof der Familie Babel. Die Franzosen zeigten an der Allgäuer Milchwirtschaft und der Direktvermarktung großes Interesse.

Den Freundschaftsabend umrahmten die Kapelle 'Mol so mol so' und die Görisrieder Trachtler. Die Gäste überreichten dabei ein Ölgemälde, auf dem der frühere Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, Patrick Le Moullec, die beiden Gemeinden symbolisch als Segelboote festgehalten hat, die zusammen auf dem Atlantik unterwegs sind.

Den Festgottesdienst feierten Pfarrer Mayer und Bruder Jonas in deutscher und französischer Sprache. In seiner Ansprache betonte der Pfarrer die Bedeutung der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden für den europäischen Einigungsprozess.

Man solle die Errungenschaften des geeinten Europa nicht allein auf die gemeinsame Währung reduzieren, wie dies viele Politiker in der aktuellen Eurokrise machten. Die Begegnung und die Freundschaft zwischen Menschen aus Campbon und Biessenhofen hätten keinerlei wirtschaftliche oder finanzielle Beweggründe.

Die Freundschaft zwischen den Gemeinden, die seit nunmehr über 30 Jahren besteht und gepflegt wird, habe bereits lange vor der Gemeinschaftswährung bestanden. Dies zeige, dass der europäische Einigungsprozess weitaus mehr sei, als 'einheitliche Münzen'.

Der Aufenthalt, der von der Europäischen Union kofinanziert wurde, stand auch unter dem Zeichen der Energiewende und des geplanten Atomausstiegs sowie des demografischen Wandels in Deutschland.

Die Organisatoren haben mit dem Besuch des Walchenseekraftwerks, einer Biogasanlage und verschiedener Fotovoltaikanlagen den Gästen aus Frankreich Alternativen zur Atomenergie, die in Frankreich mehr als drei Viertel des Strombedarfs deckt, aufgezeigt.

Demgegenüber hat man sich von den Berichten junger Mütter aus Frankreich erhofft, familienpolitische Ideen für bessere Betreuungsmöglichkeiten und Maßnahmen gegen den demografischen Wandel in Biessenhofen und Deutschland zu finden.

In Frankreich werden trotz der deutlich geringeren Einwohnerzahl mehr Kinder geboren als in Deutschland, sodass die Auswirkungen des demografischen Wandels dort abgemildert werden können. Am letzten Abend traf man sich in Altdorf zum Grillfest, das der Schützenverein Altdorf organisiert hatte.

Dort bedankten sich die Gäste aus Campbon mit mehreren Tänzen, Wein und Aperitif aus der Bretagne bei ihren Gastfamilien für den herzlichen Empfang sowie die Unterbringung und Verpflegung.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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