BBV-Erntedankfeier
200 Landwirte bei Auftritt von Sonnleitner-Nachfolger Walter Heidl in Germaringen

Eine unkonventionelle Andacht mit Seifenblasen als Sinnbild für das Glück des Augenblicks und die mit Spannung erwartete Rede des neuen BBV-Präsidenten Walter Heidl prägten die Erntedankfeier des Bayerischen Bauernverbandes im Altlandkreis Kaufbeuren. Ein weiterer Höhepunkt der mit rund 200 Ortsobmännern- und Frauen gut besuchten Feier in Germaringen: die Vorstellung und Ehrung der jungen Landwirtschaftsmeister und Hauswirtschaftsmeisterinnen 2011. Die musikalische Gestaltung der Feier übernahm der Landfrauenchor unter der Leitung von Christine Rietzler.

Innehalten sollten laut Diakon Albert Greiter alle Landwirte nach der anstrengenden Erntezeit. Greiters Botschaft an die Bauern bei der gemeinsamen Dankandacht mit der Leiterin des Kaufbeurer Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Maria Rita Zinnecker: 'Genieße den Augenblick'.

Gute Bilanz

Zufrieden sein mit dem Jahr 2012 können die Ostallgäuer Landwirte auch laut Josef Nadler. Die Bilanz des BBV-Kreisobmanns: 'ein sehr, sehr gutes Wirtschafts- und Wetterjahr' – sowohl in Bezug auf das Wachstum als auch auf die Erzeugerpreise.

Laut Nadler haben nicht nur die Getreidepreise ein 'sehr gutes Niveau erreicht'. Auch bei der Milch sei die Talsohle erreicht. Bis zum Jahresende rechnet Nadler auch hier mit steigenden Erzeugerpreisen.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielen muss nach Meinung des Kreisobmanns der Dialog mit den Verbrauchern. Ob bei der Erzeugung von Biosprit ('wir müssen die Wertschöpfung im Land halten') oder bei der ungeliebten Ebermast: Ohne Rückhalt in Berlin und Brüssel gehe es nicht: 'Wir brauchen die Unterstützung der Politik.'

Mit Spannung erwartet wurde der erste Auftritt des neuen BBV-Präsidenten im Raum Kaufbeuren – und Walter Heidl, der Nachfolger des langjährigen BBV-Vorsitzenden Gerd Sonnleitner, enttäuschte die Landwirte nicht: Der Ferkel-Erzeuger aus Niederbayern unterstrich zunächst die wichtige Rolle der Bayerischen Landwirtschaft: 'Wir sichern jeden siebten Arbeitsplatz in Bayern.'

Kein Verständnis hat Heidl für Flächenstilllegungen in milchwirtschaftlichen Regionen und die immer noch zu niedrigen Milchpreise: 'Die positive Entwicklung der Erzeugerpreise muss sich jetzt auch auf die Milch auswirken'.

Das strittige Thema Biogas und Maismonokulturen sieht Heidl dafür eher pragmatisch. Hier müsse das Ziel ein verträgliches Miteinander von Nahrungsmittelerzeugung und Energieerzeugung sein.

Eine klare Position nimmt Heidl bei der Kastration von männlichen Ferkeln ein. Das von Brüssel aus Tierschutzgründen gewünschte Ende der Kastration würde, so Heidl, nur zu einer 'riesigen Fleischentwertung' führen.

Ein deutliches Nein aus dem BBV-Präsidium gibt es auch zum geplanten Verbot der Enthornung. Die ist mit Heidl angesichts von jährlich 200 Unfällen mit nichtenthornten Tieren 'nicht zu machen'.

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