Anja schaut hin!
Podiumsdiskussion der Ostallgäuer Direktkandidierenden

  • Foto: Michael Schwarzenberger auf Pixabay
  • hochgeladen von Anja Rothe

Anbrüllen, Stifte werfen und beleidigt den Saal verlassen - ist leider nicht passiert. Dafür gab es ein paar anfängliche technische Schwierigkeiten, die bei einer Liveübertragung  der Podiumsdiskussion in Kaufbeuren im Kolpingssaal doch sehr menschlich und belustigend wirkten.

Die Direktkandidierenden haben fünf aktuelle Spitzenparteien vertreten. Leider fehlte die AfD, die dieser bunten Runde sicherlich noch eine Ingwernote verpasst hätte. Absichtlich erwähne ich nicht die Namen der Kandidierenden, sondern die Parteien, für die sie stehen. Schließlich verfolgen wir seit Wochen den Kampf der „Partei-Titanen“.

Kaum Bewegung in der Diskussion

Die verbalen Spitzen von „Die Linke“, „SPD“ und „Die Grünen“, stets über den Tisch gebeugt in Richtung des CSU-Kandidaten am anderen Ende der Tischreihe, waren die fast einzige große Bewegung. Diese Rot-Rot-Grün-Faust, geballt und einheitlich, sich siegessicher wiegend, fiel eher mit inhaltlichen Fehlern ihrer Argumentationen auf.

Die Grünen

Der Grünen-Kandidat hat durch sein nervöses Gefuchtel eher vom Text abgelenkt und war seiner grünen Partei kein Fels in der Brandung.

Die CSU

Der CSU-Kandidat zeigte sich gelassen und möchte sein Bundestagsmandat, genau wie seine anderen drölfzig politischen Positionen, gerne behalten. Bei all seinen wichtigen Aufgaben könnte man Halbherzigkeit in der Ausübung seiner Tätigkeiten vermuten. Schwammig und oberflächlich waren meiner Meinung nach die seit jeher bekannten Unionsargumente.

Die FDP

Wunderbar erfrischend war dagegen der FDP-Kandidat, der mich mit seinen jugendlichen, charmanten, höflichen und doch durchblickenden Statements überraschte. Er hatte es nicht nötig, mit verbalen Angriffen auf die Mitkandidierenden einzuschmettern, sondern blieb seinem Credo treu und konterte nur einmal, und zwar „direkt“. Die Hoffnung, dass unsere Jugend doch noch etwas bewirken kann, steigt.

Die SPD

Die SPD-Kandidatin nennt sich „eine aus unserer Mitte“. Man wird hellhörig und sieht sich ebenbürtig vertreten. Das Wahlprogramm ist allerdings nachgeplappert. Mit Olaf Scholz‘scher Gestik und Mimik konnte sie keine Standhaftigkeit vermitteln (Beruf: Schauspielerin).

Die Linke

Die Kandidatin der Linken, die auch noch ganz links saß (linker geht’s nicht), redete als berufserfahrene Betriebsratsvorsitzende in herrschendem Ton und konnte trotzdem das Linke-Programm nicht schönreden.

Mein Fazit

Nun ja, Fazit der knapp zweistündigen Runde ist, dass alle Kandidatinnen und Kandidaten den Löwenanteil ihres parteiinternen Wahlprogramms zum x-ten Mal heruntergebetet haben.

Ich kann nur sagen: Gehen Sie wählen! Kleiner Tipp: Nutzen Sie mal den Wahl-O-Mat, da kommt manchmal echt Erstaunliches dabei raus.

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