Schnupper-Ehrenamt
Warum der Freiwilligendienst in Kaufbeuren neue Wege geht

Ehrenamtlich im Einsatz für Ehrenamtliche: Tina Knapen (rechts) unterstützt Gabriela Stiehl, die Koordinatorin in der Freiwilligenagentur Knotenpunkt.
  • Ehrenamtlich im Einsatz für Ehrenamtliche: Tina Knapen (rechts) unterstützt Gabriela Stiehl, die Koordinatorin in der Freiwilligenagentur Knotenpunkt.
  • Foto: Mathias Wild
  • hochgeladen von Holger Mock

Johann Marschall weiß, dass ein Ehrenamt ziemlich vereinnahmen kann. Er hat ja selbst nicht nur eines. Als Vorsitzender des SKM Kaufbeuren-Ostallgäu steuert der frühere Sparkassen-Chef die Geschicke des Sozialverbandes mit seiner Wärmestube, dem Kleiderladen und dem Gebrauchtmöbelmarkt Aufwind.

„Wir suchen händeringend Freiwillige“, sagt er. „Aber wir wissen, dass wir dabei neue Wege gehen müssen.“ Er sei sich bewusst, dass Ehrenamtliche sich nicht mehr unbedingt „lebenslänglich“ einer Sache verschreiben wollen, dass sich ein Engagement in viele andere Verpflichtungen einfügen müsse. „Ehrenamt auf Zeit“ sieht Marschall als gute Möglichkeit, auf die Bedürfnisse der Helfer einzugehen: „Eine Schnupperphase von ein paar Wochen oder Monaten“, sagt er. „Und wer möchte, bleibt einfach länger.“ Einmal mitzumachen heißt heute nicht mehr automatisch: immer mitmachen.

Die Bereitschaft, sich in Kaufbeuren und Umgebung zu engagieren, ist nach Erfahrungen von Angelika Lausser vom Generationenhaus und der dort ansässigen Freiwilligenagentur Knotenpunkt nach wie vor groß. „Aber es muss halt passen“, sagt sie. Denn das Ehrenamt solle nicht als Bürde verstanden werden, wie es das Wort mitunter vermittelt. Im englischsprachigen Raum heißen die Ehrenamtliche Volunteers, also Freiwillige. Klingt doch schöner. Und nach einer Möglichkeit, sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun, die eigenen Fähigkeiten einzusetzen und sich weiterzuentwickeln. „Wertschätzung für die Freiwilligen ist aber auch wichtig“, sagt Angelika Lausser.

Wie die Freiwilligenagentur Knotenpunkt Ehrenamtliche und soziale Institutionen zusammenbringt, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Kaufbeuren, vom 21.03.2019.

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