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Beim Finale des Schwäbischen Kunstsommers in Irsee bei Kaufbeuren geht es heiß und innig zu

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(Foto: Harald Langer)

Viele Fenster gingen bei der Kunstsommernacht zum Abschluss des Schwäbischen Kunstsommers in Kloster Irsee auf. Angesichts der tropischen Temperaturen, die auch langjährige Besucher der Veranstaltung so noch nicht erlebt hatten, blieb kaum eine Öffnung im historischen Gemäuer geschlossen. Frische Luft war gefragt.

Doch auch die rund 100 Künstler und ihre Dozenten, die in zehn Meisterkursen eine Woche lang viel Stoff für Augen und Ohren geschaffen hatten, stießen so manches geistige Fenster in andere Welten auf – und auch hier wehte den knapp 800 Besuchern bisweilen ein wohltuend frischer Wind entgegen.

Während sich die beiden Malereiklassen, geleitet von Ruprecht von Kaufmann und Elke Albrecht, der Bewegung im Gemälde sowie Möglichkeiten und Abstufungen der Abstraktion widmeten, ging es in Jette Clovers Kurs um die Begegnung der Materialen. (Bedrucktes) Papier und Stoff boten in zumeist filigranen Kompositionen reizvolle Durchblicke und Schichtungen. Ein eher kleines, aber interessantes Fenster in die Vergangenheit stieß die Chorklasse (Philipp Amelung) auf. Die Sänger boten bei ihrem Konzert ausschließlich Madrigale des 16. Jahrhunderts dar, die allerdings gut hörbar aus verschiedenen europäischen Kulturkreise stammten und ganz unterschiedliche Themen und Stimmungen widerspiegelten. Recht individuell präsentierten sich die Illustrations-Projekte, die die Schüler von Anke Bär während des Kunstsommers angegangen oder fortgeführt hatten. Dasselbe gilt für die druckgrafischen Arbeiten, die unter der Leitung von Friedhard Kiekeben entstanden sind.

Viele lokale Bezüge fanden sich in den „kleinen Romanen“, die Prosa-Meister Heinrich Steinfest seinen Schützlingen aufgetragen hatte, ebenso wie in einigen der Gedichte aus der Lyrik-Klasse von Martina Hefter. Trotzdem wiesen die literarischen Texte stets über den Irseer Kunstsommer-Kosmos hinaus. Interessante Individuen in der Marktgemeinde und der Region porträtierte die Fotografie-Klasse von Fabian Weiss, und auch eine Exkursion zum Ringer-Training nach Westendorf lieferte reizvolle, vor allem narrative Aufnahmen.
Die Fenster – diesmal auch die in der Wand – gar nicht weit genug aufreißen konnte die Klasse „Zeitgenössischer Tanz“. Die Künstlerinnen thematisierten unter der Leitung von Jochen Heckmann und Adriana Mortelliti zwar eindrucksvoll das Spielerische ihres Genres, litten aber trotzdem am meisten unter Hitze, die dem 31. Schwäbischen Kunstsommer bis zu seinem Ende treu blieb.

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