Was hat es damit auf sich?
Fund im Kloster Irsee: alte Knochen, Mausefalle und Buchseite

Eine kleine Mausefalle (ca. 9cm lang), eine Buchseite (14cm hoch und 8cm breit) und zahlreiche Knochen. Das kam bei Sanierungsmaßnahmen am Kloster Irsee zu Tage.
  • Eine kleine Mausefalle (ca. 9cm lang), eine Buchseite (14cm hoch und 8cm breit) und zahlreiche Knochen. Das kam bei Sanierungsmaßnahmen am Kloster Irsee zu Tage.
  • Foto: Hartmut Bauer
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Momentan wird das barocke Treppenhaus des Klosters Irsee saniert. Dabei hat Schreinermeister Andreas Angerer einen besonderen Fund gemacht. Das teilt der Bezirk Schwaben in einer Pressemeldung mit. 

Demnach entdeckte der Schreinermeister aus Irsee in einem Hohlraum eine kleine Mausefalle (ca. 9 Zentimeter lang), eine Buchseite (14 Zentimeter hoch und 8 Zentimeter breit) und zahlreiche Knochen. Experten aus Schwaben und Oberbayern werteten den Fund aus. "Die Buchseite stammt zweifelsohne aus einem katholischen Katechismus des 18. Jahrhunderts", bestätigt der Augsburger Historiker Dr. Helmut Zäh. "Um aber bei der unübersehbaren Flut an verschiedenen Ausgaben, die damals erschienen sind, die richtige zu finden, bedarf es schon einer gehörigen Portion an Finderglück". Bis jetzt ist es der Bezirkseinrichtung nicht gelungen, die richtige Ausgabe zu finden.

Was hat es mit den Knochen auf sich?

"Die Ansammlung ist als Küchen- oder Speiseabfall zu deuten", meint Prof. Dr. Joris Peters, Paläoanatom an der Tierärztlichen Fakultät der LMU und Direktor der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie in München. "Auf dem Bild sind Schaf, Rind (Kalb) und Hase oder Kaninchen zu erkennen." Menschenknochen seien nicht dabei. Laut Peters wäre es nun interessant zu wissen, aus welcher Zeit das Fundgut stammt und was die zeitgleichen Aufzeichnungen zum damaligen Speiseplan im Kloster überliefern. Weil aber keine Speisepläne des Klosters aus dem 18. Jahrhundert enthalten sind, kann diese Spur nicht weiterverfolgt werden. 

Nicht der erste Fund 

Bereits vor drei Jahren fiel in einer Treppenstufe des Klosters ein Hohlraum auf, in dem sich ein kleiner Schatz versteckte: Ein winziger roter Stoffpartikel, ein fingerlanges Doppelbalken-Kreuz, ein nur daumennagelgroßes Medaillon und zwei bedruckte Zettelchen mit deutschem und lateinischem Text.

Alles zusammen ergab der Fund ein sogenanntes "Breverl". Dieses bestand aus einem sogenannten Caravaca-Kreuz, einem Benedictuspfennig und einem Segenstext. Solche "Breverl" baute man wohl als eine Art Talisman ein. Denn laut Pressemitteilung war auch das aufgeklärte Benediktinerkloster Irsee nicht frei von zeitgenössischem Aberglauben.

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