Bildergalerie - Handball
Tränenreiches Finale: Klassenerhalt für Sonthofens Handballer

TSV Sonthofen schafft mit einem 30:26-Sieg gegen die HSG Gröbenzell-Olching den Klassenerhalt.
15Bilder
  • TSV Sonthofen schafft mit einem 30:26-Sieg gegen die HSG Gröbenzell-Olching den Klassenerhalt.
  • Foto: Christoph Specht
  • hochgeladen von David Yeow

Als sein Trikot mit der Nummer 7 gehisst wurde, gab es für Ralf Günter kein Halten mehr. Der Kapitän der Sonthofer Handballer fiel Laurenz Lakotta in die Arme. Der Mitspieler und Abteilungsleiter hatte Günters Trikot unter die Decke der Allgäu-Sporthalle in Sonthofen gezogen. „Ich hätte nicht gedacht, dass es mich doch packt“, sagte Günther, als er eine Träne verdrückte: „Aber dieser Moment war besonders.“ So besonders wie es die Karriere des Sonthofer Eigengewächses 25 Jahre lang war. Und das Beste kam zum Schluss.

Mit dem letzten Saisonspiel, dem 30:26-Sieg gegen die HSG Gröbenzell-Olching und dem Klassenerhalt in der Bezirksoberliga endete diese Laufbahn nun. „Ich bin froh, dass diese Saison vorbei ist – gerade weil sie so ausgegangen ist. Aber ich bin traurig, dass es für mich die letzte ist“, sagte Günter sichtlich gerührt. Mit dem 33-Jährigen absolvierte auch Kreisläufer Cemal Gündogdu seine letzte Partie im TSV-Trikot. Für Trainer Sven Heldt ist nach vier Jahren an der Seitenlinie ebenfalls Schluss. „Ich werde noch brauchen, bis ich begreife, dass es vorbei ist“, sagte Heldt, der 2007 wie auch 2017 den Aufstieg in die Bezirksoberliga geschafft hatte: „Dadurch dass es gegen den Abstieg ging, hat alles andere während des Spiels keine Rolle gespielt.“

In dieser Abschiedspartie des Sonthofer Trios hatten beide Teams hektisch begonnen. Beide vergaben die ersten fünf Würfe – darunter Günter einen Siebenmeter. Beiden Mannschaften war die Bedeutung der Partie im Abstiegskampf anzumerken – jeder zweite Angriff in der Anfangsphase wurde von Abspielfehlern auf beiden Seiten unterbrochen. Erst nach sieben Minuten nahm die Partie an Fahrt auf. Aleks Italo sorgte in dieser Phase mit vier Toren in Serie zum 5:2 für einen ersten kleinen Vorsprung. So ganz stellten die Kontrahenten ihre Passfehler aber nicht ab, weshalb die meisten Tore aus Fehlern des Gegners resultierten. Außerdem ließen sowohl Sonthofen als auch Gröbenzell etliche der Chancen aus – ein weiteres Zeichen für Nervosität.
Beim Stand vom 10:5 nach 16 Minuten zogen die Gäste die erste Auszeit: Doch anstelle einer Gröbenzeller Aufholjagd brannte Sonthofen ein Feuerwerk ab. Innerhalb von wenigen Minuten zermürbte der TSV die Oberbayern – aus dem stabilen Mittelblock gab es etliche Ballgewinne, die Franz Holzmann und der eingewechselte Lukas Fröhlich nun konsequenter nutzten (15:8, 23.). Beim 18:8 nach 27 Minuten führte Sonthofen erstmals in dieser Saison mit zehn Toren – mitunter der Verdienst des bärenstarken Alex Gladyschew im Tor, der in 30 Minuten Spielzeit ein halbes Dutzend Großchancen entschärfte. Mit 20:9 ging es in die Kabine.

Unerklärlich war der Einbruch der Gastgeber nach dem Wechsel. Schlampige Zuspiele führten dazu, dass Sonthofen die ersten acht Minuten der zweiten Halbzeit ohne Tor blieb – das nach wie vor schwache Gröbenzell erzielte zumindest „nur“ fünf Tore in Serie. Erst Italo, Garant im Sonthofer Spiel, brach den Bann, als er sich zum 21:14 nach 38 Minuten durchtankte. Fortan lief es für den Aufsteiger wieder „nach Plan“. Mit der Stammformation auf dem Parkett liefen die Systeme wieder – die routinierten Kräfte, allen voran Stefan Ostenrieder, übernahmen die Kontrolle über das Spielgeschehen. Über 26:16 (47.) und 27:20 (53.) schaukelte Sonthofen die „Mission Klassenerhalt“ bis zum Endstand nach Hause.

Im Mittelpunkt standen danach allerdings Heldt, Gündogdu und Günter. Der 39-jährige Gündogdu und Trainer Heldt werden sich vorerst komplett zurückziehen. Günter dagegen will künftig „dann und wann“ für die zweite Mannschaft aushelfen. Zum Abschied hielt sein Vater eine emotionale Rede auf dem Sonthofer Parkett. „Das Gefühl, mit der Mannschaft auf dem Parkett zu stehen, wird mir fehlen – das hat mir das letzte Spiel deutlich gemacht“, sagte der Kapitän, als er mit seiner Tochter Emma auf dem Arm die Zeremonie verfolgte.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018