Volleyball
Wenn Druck die Leistung lähmt

Der Trainerwechsel bei den Bundesliga-Volleyballerinnen hat bisher noch nichts gebracht. Nachdem Andi Wilhelm zurücktrat und Nikolaj Roppel das Kommando übernahm, gab es drei Niederlagen in Folge. Vor dem Heimspiel am Samstag, 19 Uhr, in der Allgäu-Halle gegen den VfB Suhl sprachen wir mit Kapitänin Lina Meyer.

Mit Nikolaj Roppel gab es drei Niederlagen in drei Spielen. Ist der gewünschte Effekt nach dem Trainerwechsel schon verpufft?

Meyer: Nein, definitiv nicht. Nikolaj Roppel hat ein völlig anderes Trainingskonzept, welches wie jede Veränderung eine gewisse Zeit braucht, um zu Verbesserungen zu führen.

Warum schafft es auch der neue Coach nicht, das Potenzial, das in der Mannschaft steckt, herauszukitzeln?

Meyer: Ich würde nicht sagen, dass das dem neuen Coach nicht gelingt. Wir arbeiten jetzt erst seit zweieinhalb Wochen zusammen. Im Endeffekt sind alle Beteiligten gefragt, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen. Sowohl Trainer als auch Mannschaft.

Hat sich nach dem Trainerwechsel überhaupt was geändert?

Meyer: Ja, Nikolaj Roppel verfolgt ein ganz anderes Trainingskonzept und legt andere Schwerpunkte.

Nikolaj Roppel ist ein eher introvertierter Typ. Aber braucht die Mannschaft in der momentanen Situation nicht einen Coach, der das Team wachrüttelt und sich auch mal von außen emotional einbringt?

Meyer: Jeder Trainer bringt sich auf seine Weise für die Mannschaft ein. Andi Wilhelm ist ein sehr emotionaler und motivierender Trainer, Nikolaj sorgt für Ruhe und Konzentration. Beides ist wichtig. Auch in der momentanen Situation.

Die Mannschaft hätte nach dem Trainerwechsel befreit aufspielen können. Warum wurde die Handbremse im Kopf nicht gelöst?

Meyer: Wir arbeiten jetzt anders und spielen uns als Mannschaft zusammen mit dem Trainer neu ein. Und trotz allem befinden wir uns in einer denkbar ungünstigen Situation, um befreit zu spielen. Der Abstiegskampf lässt uns natürlich nicht kalt.

Es liegt doch an der Mannschaft und an deren Leistung, dass es nur einen Sieg in elf Spielen gab. Sie sagten, das aktuelle Team sei das bisher stärkste seit Zugehörigkeit zur 1. Liga.

Meyer: Natürlich liegt das an der Mannschaft und unserer Leistung. Das können und dürfen wir nicht von uns weisen. Ich stehe nach wie vor zu diesen Worten. Warum wir das nicht beweisen können, kann ich leider auch nicht beantworten.

Auch bei Ihnen läuft es in dieser Saison nicht rund. Sie waren die herausragende Spielerin in den vergangenen Jahren in Sonthofen. Woran liegt es, dass bei Ihnen der Knoten nicht platzt und auch Sie verunsichert sind?

Meyer: Es gibt Zeiten, in denen läuft es ganz von alleine. In anderen Zeiten ist jeder Punkt harte Arbeit. Mir selbst gelingt diese Saison nicht alles, so wie ich es mir wünsche. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Ich habe natürlich einen hohen Anspruch an mich selber. Dazu kommt die Tatsache, dass es dieses Jahr um viel geht. Der Druck ist hoch. Vielleicht komme ich damit bisher nicht so zurecht, wie ich sollte.

Was muss sich in der Partie am Samstag gegen Suhl ändern? Wie ist der Gegner, gegen den Ihr Team im Pokal-Halbfinale mit 1:3 verlor, zu knacken?

Meyer: Wir werden uns gut auf Suhl einstellen und versuchen, uns auf unser eigenes Spiel zu konzentrieren, um endlich ein konstantes Niveau zu halten. Nur dann werden wir gewinnen.

Im letzten Heimspiel gegen Münster kamen 450 Zuschauer. Für Sonthofer Verhältnisse sind das nicht gerade viele. Besteht die Gefahr, dass bei weiteren Niederlagen noch weniger Fans kommen und die Begeisterung immer mehr nachlässt?

Meyer: Diese Gefahr besteht natürlich immer. Wir sind uns auch im Klaren darüber, dass einige Spiele nicht dem entsprachen, was sich die Sonthofer Zuschauer und auch wir wünschen. Aber wir wissen auch, dass wir viele treue Fans haben, die uns auch in schweren Zeiten unterstützen. Ich hoffe, dass wir uns jetzt kontinuierlich steigern, um wieder mehr Zuschauer mit attraktivem Volleyball anlocken zu können.

Müsste man das Team nach der Vorrunde verstärken, um aus dem Tabellenkeller zu kommen?

Meyer: Das ist eine Entscheidung, die nicht die Mannschaft, sondern die Verantwortlichen im Verein mit dem Trainer treffen müssen.

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