Volleyball
Weihnachtsgeschenk für den Trainer

Nach dem Spiel stand Oksana Roppel in der Allgäu-Halle und lächelte. Auch die Tatsache, dass ihre Mannschaft, das Allgäu-Team Sonthofen, mit 0:3 (18:25, 24:26, 18:25) gegen den Tabellenzweiten Dresdner SC verloren hatte, schien der Außenangreiferin nicht die Laune zu verderben. «Es ist schön wieder hier zu sein», sagte sie. Kurz vor dem Spiel war die 35-Jährige völlig überraschend zu ihrem einstigen Klub zurückgekehrt. Ein Anruf von Trainer Andreas Wilhelm hatte am Morgen vor der Partie das Comeback der dreifachen Mutter eingeleitet.

«Ich war überrascht und dachte, ich soll vielleicht im Training aushelfen», erzählt Roppel, die erst vor vier Monaten ihre dritte Tochter zur Welt brachte. Doch Wilhelm, dem mit der erkrankten Lina Meyer und der angeschlagenen Hana Kovarova gleich zwei Außenangreiferinnen ausfielen, hatte andere Pläne für die Abendgestaltung der ehemaligen Sonthoferin: Ein Bundesliga-Spiel gegen den in dieser Saison noch ungeschlagenen Dresdner SC. Roppel, die bis zur Vorsaison in Sonthofen spielte, war zuletzt in der zweiten Liga beim DJK Augsburg Hochzoll aktiv. Doch als der Verein sich von seinem Trainer, Roppels Ehemann Nikolaj trennte, kehrte auch sie dem Verein den Rücken.

Verband erteilt Freigabe wenige Stunden vor Spiel

Nur die Freigabe von Verein und Verband fehlte noch. Als die am Nachmittag erfolgte, nahm das ungewöhnliche Comeback seinen Lauf und Roppel stand gegen Europacupsieger Dresden vor 450 Zuschauern auf dem Feld. Zwar entfaltete sie im Angriff noch nicht die gewohnte Durchschlagskraft, aber durch ihre Routine verlieh sie der jungen Mannschaft Stabilität. «Sie hat sich toll eingefügt und war eine echte Verstärkung», lobt ihr Trainer. So hielten die Sonthoferinnen gut mit und kamen im zweiten Satz auch dank der überragend aufspielenden Sina Kostorz auf 24:24 heran. Aber die Dresdnerinnen stellten ihre Klasse unter Beweis und hatten in allen Sätzen das bessere Ende für sich. Gegen die starken Angriffe von Stephanie Kestner, die zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, fanden die Sonthoferinnen kein Rezept.

«Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft hochzufrieden», sagte Wilhelm. «Wir waren die Ersten, die sie richtig gefordert haben.» Die Dresdnerinnen - bisher ohne Punkt- und Satzverlust - hatten in der Saison noch nie mehr als 19 Punkte in einem Satz abgegeben. «Die Sonthoferinnen haben eine sehr gute Leistung gezeigt», sagte der Dresdner Trainer Alexander Waibl. «Es war hervorragend, wie der Ausfall von Lina Meyer kompensiert wurde.»

Der Gästetrainer machte den Fans Hoffnung für das Pokalhalbfinale, das am Donnerstag, 30. Dezember, um 19.30 Uhr in Sonthofen steigt: «So ist auch gegen Suhl was drin.» Auf das Allgäu-Team wartet auch in der Liga ein hartes Programm.

Am Montag, 27. Dezember, treten die Spielerinnen auswärts beim Tabellendritten Schwerin an (18 Uhr) und nach dem Pokalspiel folgt am Sonntag, 2. Januar, um 16 Uhr das Heimspiel gegen Tabellenführer Stuttgart. Oksana Roppel will auf jeden Fall mit dabei sein. Sie wird den Sonthofern bis Saisonende zur Verfügung stehen. Der Grund ist einfach: «Es macht mir viel Spaß wieder hier zu spielen.»

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