Judo
Wasserskifahren als Belohnung

«Das Schöne am Judo ist, dass man alles, was man lernt, auch gleich mit dem Partner üben kann», erklärt Silvio Schröter, Judo-Trainer von Sakura Sonthofen. In anderen Kampfsportarten, in denen beispielsweise Tritte und Stöße vorkommen, sei dies nicht so ohne weiteres möglich. Daher eignet sich Judo, was wörtlich übersetzt «der sanfte Weg» heißt, hervorragend für Kinder und Jugendliche. Schon mit einem Alter von fünf Jahren können Kinder mit dem Judotraining beginnen.

Außer in den Ferien trainieren die Nachwuchs-Judokas von Sakura Sonthofen einmal wöchentlich fest in der Gruppe. Wer mehr Zeit hat, kann auf freiwilliger Basis noch eine zweite Trainingseinheit dranhängen. Als Hausaufgabe muss sich der Nachwuchs mit den japanischen Begriffen beschäftigen. Obwohl die Übungsstunden fast ausschließlich auf Deutsch abgehalten werden, müssen die Mädchen und Buben spätestens vor der ersten Prüfung wissen, wie die Übungen auf Japanisch heißen. Judo entstand im späten 19. Jahrhundert in Japan. Die Kampfsportart wurde zwar aus Jiu-Jitsu entwickelt, gehebelt darf aber nur mit dem Ellenbogen werden, erklärt Schröter.

Nach Gymnastikübungen zur Kräftigung und ein paar Runden durch die Halle zum Aufwärmen, lassen Silvio Schröter und seine Trainerkollegen ihre Schützlinge auch Ballspiele machen. Das verbessert die Koordination, erklärt der Coach. Danach steht immer die Fallschule als erstes auf dem Trainingsplan. Das richtige Fallen, so Schröter, ist wichtig, damit die Kinder nach einem Wurf auch wieder verletzungsfrei aufstehen. Dafür wird neben der Judorolle der Fall in alle möglichen Richtungen geprobt. In mehreren Gruppen aufgereiht, lässt sich ein Kind nach dem anderen konzentriert entsprechend den Anweisungen des Trainers auf die Matte fallen und erzeugt dabei einen lauten Knall. Was bei Außenstehenden vielleicht einen harten Aufschlag und eine Verletzung vermuten lässt, ist durchaus gewollter Bestandteil der Fallschule.

Der Nachwuchs wird schon von Beginn dazu angehalten, mit der Hand bewusst auf den Boden zu klatschen. Das federt den Großteil des Gewichts ab und vermeidet so Verletzungen, sagt Trainer Schröter. Anschließend steht der Technikblock auf dem Programm. Speziell im Wurftraining führen beide Trainer die geforderten Aufgaben anschaulich vor und erklären den Kindern genau, worauf es ankommt. Dann dürfen die Nachwuchs-Judokas selbst probieren, ihren Partner, den Uke, auf die Matte zu befördern. Das Prinzip dafür lautet «Siegen durch Nachgeben». Steht man im Judo einem körperlich stärkeren Gegner gegenüber, so widersetzt man sich dem von ihm ausgeführten Druck nämlich nicht, sondern zieht ihn sogar noch in die Richtung, in die er drückt. Durch den Wegfall des erwarteten Widerstands kommt der Gegner aus dem Gleichgewicht.

Wie fast alle asiatischen Kampfsportarten steht auch im Judo nicht nur die Beherrschung der Sportart, sondern die Schule fürs Leben im Mittelpunkt. «Wir wollen den Kindern Werte wie Fairness und Verantwortung vermitteln», erklärt Schröter. Als Belohnung für fleißiges Training findet neben gemeinsamen Aktivitäten wie Wanderungen und Radtouren auch einmal im Jahr eine Saisonabschlussfeier statt, bei der es meist zum Wasserskifahren geht.

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