Kartsport
Training für den Nachwuchs: Mit Köpfchen fahren statt rasen

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In der Sonthofer Markt-anger-Tiefgarage setzen Bernd Becker und Walter Lehmann noch die letzten Pylone und kontrollieren, ob an dem aufgebauten Parcours auch alles passt. Gleich schicken die beiden Trainer der Motorsportgemeinschaft (MSG) Sonthofen ihre Schützlinge auf die Strecke.

Knapp 30 Starter im Alter zwischen sieben und 18 Jahren umfasst der Jugendkart-Nachwuchs der MSG. Im wöchentlichen Training teilen Bernd Becker und Walter Lehmann die Gruppe in Anfänger und Fortgeschrittene auf, damit sie besser auf die individuellen Bedürfnisse der Fahrer eingehen können.

Um die Konzentration ihrer Schützlinge nicht zu sehr zu strapazieren, dauert eine Übungseinheit nicht länger als zwei Stunden. Da die Saison bereits im April losgeht, beginnen die Motorsportler ab Februar mit dem Training.

Aufgrund des doch recht langen Winters, finden die ersten Trainingseinheiten in der Tiefgarage statt. Sobald es draußen schneefrei ist, sind die Fahrer aber bei Wind und Wetter im Freien unterwegs. «An die wechselnden Bedingungen müssen sich die Kinder gewöhnen, da sie im Rennen auch bei jedem Wetter starten müssen», sagt Bernd Becker.

Während motorsportbegeisterte Kinder ab einem Alter von sieben Jahren ins Training einsteigen können, sind Rennen erst ab acht Jahren möglich. Neben den Altersvorschriften hängt es selbstverständlich auch vom fahrerischen Können ab, wann ein Kind im Kart an den Start gehen kann. Wer fit für die Rennstrecke ist, entscheidet letztlich der Coach.

Im Training ist ein gezieltes Aufwärmen bei der jungen Altersgruppe noch gar nicht notwendig, da die Kinder vor dem Start immer in Bewegung sind. Ein kurzes Fußballspiel lassen die Trainer ihre Schützlinge aber vor allem im Sommer gerne machen, weil es den Kindern Spaß bereitet. Der Parcours, den der Nachwuchs später mit den Karts durchfährt, wird immer gemeinsam aufgebaut. Dadurch werden die Nachwuchspiloten nicht nur in die notwendigen Arbeiten mit einbezogen, sondern sehen auch besser, worauf es auf der Strecke ankommt.

Fahrmanöver besser einprägen

Danach gehen Becker und Lehmann mit den Gruppen erneut die Strecke ab und erklären ihren Fahrern präzise die Anforderungen des jeweiligen Slaloms, damit sich die Kinder und Jugendlichen die Fahrmanöver besser einprägen.

«Sie müssen im Kopf fahren und lernen, sich zu konzentrieren», erklärt Bernd Becker. Dadurch, so der 61-Jährige, werden motorische Fähigkeiten sowie das Reaktionsvermögen geschult. Die im Kart-Slalom gesammelten Erfahrungen wirken sich später auch positiv auf das Verhalten im Straßenverkehr aus.

Die Verkehrserziehung wird bei der MSG nämlich großgeschrieben. «Wir wollen keine Raser, sondern Leute, die ihre Fahrzeuge mit Köpfchen bewegen», bringt es Bernd Becker auf den Punkt.

Wer im Parcours gelernt hat, die engen Kurven und andere fahrerisch anspruchsvolle Aufgaben fehlerfrei zu meistern, weiß auch bei plötzlich auftauchenden Hindernissen im Straßenverkehr intuitiv schneller, was zu tun ist, erklärt Bernd Becker.

Während er die Neulinge bei ihrer ersten Runde noch Schritt für Schritt begleitet, beobachtet Becker intensiv seine anderen Schützlinge. Im Anschluss nimmt er sich allerdings für jeden Fahrer die Zeit, um seine Runde zu besprechen, Fehler aufzuzeigen und ihm Tipps zu geben, wo er sich noch verbessern kann.

Während die Jugendlichen den Slalom meistern, stehen immer zahlreiche Eltern fasziniert an der Strecke, fotografieren, filmen und loben die jungen Fahrer, wenn sie eine Runde gemeistert haben.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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