Volleyball
Trainer Wilhelm zieht in Sonthofen die Reißleine

Die Volleyballerinen des Allgäu Team Sonthofen wären am heutigen Mittwoch (20.15 Uhr) beim 1. VC Wiesbaden sowieso klarer Außenseiter gewesen. Der Bundesliga-Vierte hat diese Saison erst ein Spiel verloren. Nun muss der Vorletzte aus dem Oberallgäu aber auch den Rücktritt von Trainer Andreas Wilhelm (41) verkraften. Ein Nachfolger war mit Nikolaj Roppel (37) gestern bereits gefunden.

Wilhelms Belastung hoch

«Es musste eine Veränderung her», so Wilhelm zu seinem Rücktritt. Neben der sportlichen Misere gab er auch seine persönliche Konstellation als Grund für die Entscheidung an. Als Geschäftsführer des Großvereins ASV Dachau und angehender Familienvater, sowie den Aufgaben als Trainer einer professionellen Erstligamannschaft, war die mehrfache Belastung in den letzten Wochen enorm. Die Entlastung durch den Teammanager, der Mitte Dezember zurücktrat, gab fehlte auch. Der zunehmende sportliche Druck, trotz der Erfolge im Pokalwettbewerb, war nun der Auslöser für diese Entscheidung des Sonthofer Urgesteins.

Nach AZ-Informationen herrschten aber auch schon länger Spannungen zwischen Verein, Mannschaft und Trainer, sodass der Schritt nur logisch erscheint.

«Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem sich im Mannschaftsgefüge etwas ändern musste, um den erhofften Verbleib in der ersten Liga noch zu schaffen. Das hat auch Andi Wilhelm gemerkt. Es ehrt ihn, dass er diesen Schritt jetzt zugunsten der Mannschaft macht. Der Sonthofer Volleyball bedeutet ihm sehr viel. Dieser Schritt muss ihm sehr gefallen sein», so der AT-Geschäftsführer Peter Rothe. Wilhelm hatte den bisher größten Erfolg der Volleyballfrauen des TSV Sonthofen, den Aufstieg in die erste Bundesliga, erreicht und begleitet. Rothe: «Ohne ihn würden wir nicht hier in der Liga spielen. Wir sind ihm zu sehr viel Dank verpflichtet.»

Gravierender Umbruch

Mannschaftskapitän Lina Meyer (26): «Das ist ein gravierender Umbruch für uns!» Sie versprach, den Neuen bestmöglich unterstützen zu wollen. Privat kennen sich Mannschaft und Trainer bereits. Nikolaj Roppel ist der Ehemann von Sonthofens Außenangreiferin Oksana Roppel (35).

Nikolaj Roppel trainierte bis Dezember Zweitligist DJK Augsburg-Hochzoll. «Ich habe deshalb nur zwei Spiele der Sonthofer gesehen», sagt er. Warum es bisher so schlecht lief, könne er deshalb noch nicht sagen. Videoanalysen und viele Gespräche sollen das ändern. «Ich will alles versuchen, um das Ruder hier herumzureißen», gibt er an.

Gestern Abend beim Training traf sich das Allgäu Team erstmals in der neuen Konstellation. Vor dem schweren Spiel in Wiesbaden blieb nicht viel Zeit, um sich auch auf professioneller Ebene aneinander zu gewöhnen. Lina Meyer blickt sowieso schon mit einem Auge auf das Wochendspiel gegen Münster: «Das ist für uns das wichtigere Spiel. Mit Wiesbaden können wir uns momentan nicht messen.»

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