Volleyball
«Die reinste Nervenschlacht»

Es gibt Spiele, die wirken wie ein Befreiungsschlag. Genau diesen Effekt erhoffen sich die Volleyballerinnen des Allgäu Team Sonthofen nach ihrem dramatischen 3:2-Sieg im Pokalachtelfinale beim USC Münster. «So ein Drama habe ich noch nie erlebt. Für uns kam es genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach diesem Sieg müssen wir in der Bundesliga niemand fürchten», jubelte Spielführerin Lina Meyer (26) über das Erreichen des Viertelfinales. Dort hat Sonthofen vermutlich am Sonntag, 12. Dezember, Heimrecht gegen Alemannia Aachen, das sich mit 3:0 gegen SG Rotation Prenzlauer Berg aus Berlin durchsetzte.

Nach der unerwarteten 2:3-Niederlage zum Saisonauftakt bei Aufsteiger Erfurt drehte Sonthofen in Münster von Beginn auf und führte mit 2:0 nach Sätzen. Im dritten Durchgang sah die neu formierte Mannschaft um die holländische Zuspielerin Elena Neve bereits wie der Sieger aus. Beim Stand von 26:25 für Sonthofen drosch die Münsteranerin Ines Bathen den Ball klar ins Aus. Sonthofen jubelte, Münster schlich bereits vom Platz. Doch zu Überraschung aller Beteiligten zeigte der Linienrichter eine Sonthofer Ballberührung, einen sogenannten Tusch, an. Schiedsrichter Thomas Krien sprach Münster den Punkt zu - und mit einem Mal war die Partie wieder offen. << Das war eine krasse Fehlentscheidung des Linienrichters. Für mich unverständlich, dass der Schiedsrichter auf ihn hörte >>, ärgerte sich Lina Meyer noch gestern.

Selbst neutrale Beobachter attestierten Sonthofen, um einen klaren 3:0-Erfolg gebracht worden zu sein. << Der USC war eigentlich im dritten Satz schon geschlagen >>, schrieb beispielsweise die Münstersche Zeitung.

Nach der strittigen Entscheidung drohte den aufgebrachten Sonthoferinnen das Spiel zu entgleiten. Sie verloren den dritten Satz (26:28) und brachten im vierten Durchgang kaum noch etwas zustande (15:25). Erst im fünften Satz war Rettung in Sicht: Dank starker Angriffe von Lina Meyer und Sina Kostorz, denen im gesamten Spiel jeweils 15 Punkte gelangen, lag Sonthofen 9:1 in Führung. Doch das war dem Team von Trainer Andreas Wilhelm (41) offenbar zu wenig Drama.

Anders ist es kaum zu erklären, dass Münster Punkt für Punkt aufholte - und beim Stand von 15:14 sogar selbst Matchball hatte! Doch eine starke Abwehr von Hana Kovarova und eine Blockaktion von Elena Neve kippten die Partie erneut, ehe Sonthofen schließlich den fünften Matchball zum 18:16 verwandelte.

<< Geschwitzt wie in der Sauna >>

Trainer Wilhelm war nach der Partie restlos bedient: << Die Spannung war kaum zu ertragen. Ich hab geschwitzt wie in der Sauna. Großes Kompliment an mein Team, dass es wieder aufgestanden ist. Das war eine grandiose Leistung >>, freute er sich vor dem Bundesliga-Heimspiel am Mittwoch (20 Uhr) gegen das Nachwuchsteam des VCO Berlin.

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