Volleyball
Der Druck wird größer

Dem deutschen Meister zu unterliegen ist keine Schande. Doch beim 0:3 (18:25, 24:26, 21:25) gegen die Roten Raben Vilsbiburg hätte sich Andi Wilhelm etwas mehr Biss von seinen Schützlingen erwartet. Der Trainer der Bundesliga-Volleyballerinnen des Allgäu-Teams Sonthofen ärgerte sich darüber, dass seine Spielerinnen «nicht alles gegeben haben».

Zum Beispiel im zweiten Satz, als Sonthofen mit 24:22 führte, zwei Satzbälle vergab und Vilsbiburg vier Punkte in Serie machte. «In solchen Situationen haben starke Mannschaften ein Konzept. Wir kriegen das nicht hin und sind planlos», lässt Kapitänin Lina Meyer wissen. Dass es nicht zum 1:1-Satzausgleich reichte, hat die 26-jährige Angreiferin besonders frustriert.

Gefreut dagegen hat ihren Trainer, dass Zuspielerin Sabina Dölle, die Wilhelm ab dem zweiten Durchgang für Elena Neve brachte, «ein gutes Spiel machte». Vom Feld nahm der Sonthofer Coach auch wenig später Libera Dolores Köber und ersetzte sie durch Oksana Roppel. «Dieser Wechsel brachte mehr Stabilität», sagt Wilhelm. Und auch von der aufsteigenden Form Lina Meyers war der 41-Jährige angetan («Sie kommt allmählich immer besser in Schwung»).

Fans üben Kritik

Nicht begeistert war Wilhelm allerdings von der Kritik an seiner Arbeit. In den letzten Wochen habe er sich Vorwürfe anhören müssen, die ihm Fans per E-Mail schickten. Das scheint nicht spurlos an ihm vorbeizugehen, obwohl Wilhelm immer optimistisch ist und das Trainingspensum erhöht, um sein Team noch besser vorzubereiten. So leicht zieht ihn nichts runter, auch wenn er gerade zu erfahren scheint, dass sich nicht alles generalstabsmäßig planen lässt. Der Druck auf ihn und seine Spielerinnen wird immer größer, nachdem die unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf, Sinsheim und Köpenick, gewonnen haben und Sonthofen mit einem Sieg aus acht Spielen Vorletzter ist.

Während Wilhelm in früheren Spielen nach gelungen Aktionen oder Punkten oft die Fäuste ballte, als hätte er gerade drei Löwen im Circus Maximus erlegt, wirkte er am Samstag sehr ruhig und nachdenklich.

«Wir müssen in den nächsten Spielen eine Schippe drauflegen», fordert er von seinen Spielerinnen. «Und wir müssen was ändern, damit wir nicht absteigen», sagt Lina Meyer. Eine Antwort hat aber auch die Kapitänin nicht. Ein Sieg am Mittwoch in Wiesbaden oder im Heimspiel am Samstag gegen Münster würde viel Druck sowohl von der Mannschaft als auch von Trainer Wilhelm nehmen.

 

Ratlos zeigten sich die Volleyballerinnen des Allgäu-Teams Sonthofen (von links Elena Neve, Dolores Köber und Sandra Ittlinger) im Spiel gegen die Roten Raben aus Vilsbiburg. Am Ende verloren die Allgäuerinnen deutlich mit 0:3. Foto: Charles Abarr

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