Fußball
Beim Talent-Sichtungstag in Sonthofen zeigen 70 Nachwuchskicker ihre Künste

Beim Talentsichtungstag im Sonthofer Illerstadion, der ersten offiziellen Veranstaltung am neuen Standort des DFB-Stützpunkts Oberallgäu, zeigen die Nachwuchskicker des Jahrgangs 2000 ihr Können. 70 Kinder, davon rund 50 aus dem südlichen Oberallgäu, tummeln sich auf dem Rasen. Sowohl Stützpunktkoordinator Thomas Roy als auch Florian Münch, der gemeinsam mit Michael Abrell das verantwortliche Trainergespann bildet, sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Vor allem wenn man bedenke, dass es sich um einen geburtenschwachen Jahrgang handelt, sei dies eine «gute Quote», sagt Münch.

Vor einigen Jahren waren die Teilnehmerzahlen zwar noch deutlich höher, erinnert sich Thomas Roy. Doch der zahlenmäßige Rückgang sei keineswegs auf eine rückläufige Anzahl an Talenten zurückzuführen. Die Qualität der Spieler nehme sogar stetig zu, versichert der Stützpunktkoordinator. Vor allem technisch hätten sich die Nachwuchskicker im Vergleich zu früher weiterentwickelt.

Ausbildung beginnt früher

Einen Grund dafür sieht er darin, dass die Ausbildung der Kinder früher beginnt. Fast alle Vereine haben heutzutage schon Bambini-Teams, während früher erst ab der F-Jugend unter fachkundiger Anleitung trainiert werden konnte.

Aufgrund der Menge an guten Spielern wählen Vereine mittlerweile nur noch gezielt die Kicker aus, die gute Chancen haben, den Sprung in den Kader zu schaffen und reisen nicht mehr mit ihren kompletten Teams an. Mädchen finden sich unter den Teilnehmern der Talentsichtungen nur wenige. In Sonthofen ist Selina Mair vom SV Heiligkreuz die einzige Nachwuchsspielerin. Dass sie sich gegen lauter Jungs beweisen muss, störte die 11-Jährige aber keineswegs. << Bei uns bin ich auch seit fünf Jahren das einzige Mädchen im Team >>, sagt Selina. Diese Tatsache kann ihre Begeisterung für das runde Leder allerdings keinesfalls trüben. << Fußball ist einfach toll. Ich kann mir keine andere Sportart vorstellen.

>> Wie bei Selina finden die Übungen, die an den sieben Stationen absolviert werden müssen, auch bei den anderen Kickern großen Anklang. << Mir gefällt es gut >>, versichert Jan Müller von der JFG Illerursprung. << Es macht Spaß mit mehreren zu spielen >>, sagt der 11-Jährige. An der Station, die vom ehemaligen Stützpunkt-Coach Bernhard Baldauf geleitet wird, << trennt sich die Spreu vom Weizen >>, erklärt Thomas Roy. Bei Dribblings, Tricks und bestimmten Jonglier-Übungen erkennen die Trainer Ballgefühl und Gewandtheit ihrer Kicker. Der << Dreieckslauf >> mit anschließendem Torschuss, der ebenfalls Aufschluss über die Gewandtheit gibt, ist ein sehr guter Indikator für die Perspektive der Spieler.

Zudem müssen sich die Nachwuchskicker nicht nur im Torschuss, sondern auch noch im Abschluss mit vorangehendem Slalom-Dribbling, sowie in einer << 1:1-Situation >> behaupten. << Es ist schon anstrengend, aber weil es so viel Spaß macht, gleicht sich das wieder aus >>, beurteilt Jonas Hardt den Sichtungstag.

Die Keeper werden von Bernhard Steiger, dem Torwarttrainer des 1. FC Sonthofen, an einer gesonderten Station unter die Lupe genommen. Letztlich fügen die 14 Trainer, die die sieben Stationen betreuen, die Bewertung der einzelnen Faktoren zu einem Gesamtbild zusammen. Aus diesem entscheidet sich dann, wer ab dem kommenden Schuljahr am Stützpunkt trainieren darf.

Ergebnisse auf der Homepage

<< Das Niveau ist gut und lässt hoffen >>, urteilt Thomas Roy. Auf die genaue Auswertung ihrer Leistungen und die Mitteilung, ob sie künftig am Stützpunkt trainieren dürfen, müssen sich die Nachwuchskicker allerdings noch eine Weile gedulden. Erst am Montag, 25. Juli, wird auf der Homepage des Bayerischen Fußball Verbandes www.bfv.de die Liste zur Talentsichtung veröffentlicht. Auch die genaue Anzahl der Kicker, die ausgewählt werden, ist variabel. Wer die Vorgaben erfüllt, wird aufgenommen.

Allerdings ist auch für die, bei denen es diesmal nicht geklappt hat, noch nicht alles verloren. Für den Jahrgang 2000 gibt es auch Nachsichtungen. << Lasst also den Kopf nicht hängen, falls ihr nicht dabei seid >>, ermuntert Münch die Spieler bei der Verabschiedung.

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