Gericht
Zwei Oberallgäuer haben die Post um über 7000 Euro betrogen

Wegen rund 15000-fachen Betrugs sind gestern vom Amtsgericht Sonthofen zwei Oberallgäuer verurteilt worden. Angeklagt waren eine 52-jährige Mutter und ihr 28-jähriger Sohn. Ihnen wurde vorgeworfen, in einer Oberallgäuer Postfiliale manipulierte Paketnummern ins Computersystem eingegeben und dafür unberechtigt Provision kassiert zu haben. Der Sohn hatte die Postfiliale zunächst allein geführt, seine Mutter hatte zunächst hin und wieder mitgeholfen, später war sie dort voll beschäftigt.

Ende 2008 hatte die Deutsche Post mit ihrem Filialleiter einen neuen Partnervertrag geschlossen, in dem als Bezahlung eine Basisvergütung zuzüglich Provisionen vereinbart wurden. Wegen einer Vertraulichkeitsklausel in diesem Vertrag habe er seine Mutter darüber nicht informiert, sagte der Angeklagte bei der Verhandlung. Die Mutter gab an, ihrem Sohn, der zwischenzeitlich weggezogen war, die Geschäftspost ungeöffnet nachgeschickt zu haben.

Laut Anklageschrift begann die Manipulation von Paketsendungen Ende 2008. Dabei wurden Paketnummern, für die es gar kein Paket gab, ins System eingebucht oder es wurden Päckchen, die üblicherweise ohne Verbuchung und Provision an das Frachtzentrum weitergeleitet werden, als Pakete eingebucht. Zahlreiche Paketnummern wurden doppelt oder gleich mehrfach eingegeben.

Auf diese Weise sind über 15100 Paketsendungen manipuliert worden. Für diese Sendungen hat die Deutsche Post zunächst 50, später 40 Cent an Provisionen bezahlt. Die Gesamtschadenshöhe beläuft sich damit auf 7171,60 Euro. Die fiktiven Buchungen sind schließlich in der Gebietsleitung aufgefallen.

Dass für Pakete, die in der Filiale bearbeitet werden, Provisionen bezahlt werden, sei ihr gar nicht klar gewesen, sagte die Mutter bei ihrer Einvernahme. Sie räumte zwar ein, Paketnummern manipuliert zu haben, betonte aber ausdrücklich, dass es ihr zu keiner Zeit darum gegangen sei, sich zu bereichern. Sie habe mit den Mehrfachbuchungen lediglich den Fortbestand der Postfiliale sichern wollen.

Das Gericht verurteilte die Mutter in 14734 Fällen des Betrugs zu 90 Tagessätzen à 30 Euro und den Sohn wegen 15168 Fällen des Betrugs zu 90 Tagessätzen à 40 Euro. Damit blieb das Gericht bei dem Strafmaß, das Staatsanwaltschaft und Verteidigung beantragt hatten. Außerdem müssen Mutter und Sohn die Kosten des Verfahrens tragen. Mildernd hatte sich auf das Strafmaß ausgewirkt, dass beide Angeklagte geständig und nicht vorbestraft waren. Den finanziellen Schaden haben sie wieder ausgeglichen: Die zu Unrecht kassierten Provisionen wurden bereits zurückgezahlt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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