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Winterdienst: Dauereinsatz im Flockenwirbel

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Wegen der starken Schneefälle hatten die Räumdienste im Oberallgäu am Wochenende viel zu tun. Wir haben einen Fahrer der Straßenmeisterei Sonthofen auf seiner Tour begleitet.

Als am Freitagnachmittag die ersten Flocken fallen, bereitet Andreas Pabst seine Tour vor. Nachdem der 48-Jährige eine Runde um sein Räumfahrzeug gedreht hat, beginnt er es mit knapp sechs Tonnen Streusalz und 2.000 Liter Sole zu beladen. Dann legt er die Streusalzmenge über einen Computer fest und los geht’s – auf die B 19 in Richtung Oberstdorf.

Ein 255 Kilometer langes Streckennetz von Bundes-, Staats- und Kreisstraßen müssen die 22 Räumfahrzeuge der Straßenmeisterei Sonthofen freihalten und dabei Höhenlagen bis zu 1.400 Meter überwinden. Schneit es so intensiv wie am vergangenen Wochenende, warten Autofahrer in der ganzen Region auf den Winterdienst. Deshalb versuchen die Männer von der Straßenmeisterei, die Strecken im Oberallgäu so schnell wie möglich schneefrei zu bekommen.

Damit das gelingt, setzten sie neben moderner Technik, beispielsweise zwölf Wetterkameras und digitale Wetterkarten, auch Kontrollfahrer ein. Sie starten jede Nacht um 2.30 Uhr und achten darauf, wie glatt und schneebedeckt die Straßen sind. Ist ein Einsatz der Räumfahrzeuge notwendig, wird im Zweischichtbetrieb gearbeitet, so wie am Freitagabend, als in der Region teilweise bis zu 50 Zentimeter Neuschnee fielen.

Mit Tempo 50 steuert Andreas Pabst sein Räumfahrzeug über die B19. Er kümmert sich um die Strecke zwischen Sonthofen, Oberstdorf und dem Kleinwalsertal. Als der Schneefall stärker wird, passt er die Streusalzmenge an. Dass sich hinter dem Räumfahrzeug eine lange Autoschlange bildet, stört den Burgberger nicht, der seit 26 Jahren bei der Straßenmeisterei arbeitet. Er hat in der Zeit schon viele Autofahrer gesehen, die in den Graben gerutscht sind, weil sie ihre Geschwindigkeit nicht den Straßenverhältnissen angepasst haben. Auf der Rückfahrt nach Sonthofen kann man deutlich erkennen, dass das Salz seinen Zweck erfüllt. Die Spur auf der Fahrbahn in Richtung Oberstdorf ist trotz starkem Schneefall schwarz, also frei. Für ein bis zwei Stunden können die Autofahrer jetzt wieder sicher fahren, erklärt Pabst. Dann müssen wir wieder raus.

Wenn es so heftig schneit wie am vergangenen Wochenende, sind auch die elf Unternehmer, die für die Straßenmeisterei unterwegs sind, im Dauereinsatz. Täglich von 2.30 bis 12 Uhr und von 12 bis 22 Uhr – manchmal auch länger – sind die Fahrer unterwegs. Am wichtigsten ist es, dass die Fahrer wieder gesund und heil zurückkommen, sagt Leonhard Koch, Leiter der Straßenmeisterei Sonthofen. Im Oberallgäu haben wir fünf neuralgische Punkte, die immer überwacht werden müssen. Neben dem Riedbergpass (1.409 Meter) und Oberjoch (1.200 Meter) seien das noch das Paradies bei Oberstaufen, Diepolz und Balderschwang, die ebenfalls über 1.000 Meter liegen.

Die B 19, die wichtigste Verkehrsader des Oberallgäus, wird im 24-Stunden Betrieb geräumt, damit die Bundesstraße frei bleibt. Um immer genügend Salz vorrätig zu haben, gibt es auch mehrere Salzhallen. So stehen in Sonthofen und Wertach je 800 Tonnen, und am Riedbergpass weitere 60 Tonnen bereit.

Autor:

Benjamin Liss aus Kempten

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