Windräder: Missener befürchten Auswirkungen auf den Tourismus

Das an die Wand des Schäfflersaals projizierte Bild zeigt den malerischen Ausblick von Diepolz in Richtung Alpsee. Nur, dass diesmal fünf imposante Windkraftanlagen aus dem Wald ragen. Als der Missener Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer diese Visualisierung am Ende der Bürgerinformation zum Thema Windkraft präsentierte, kam Unruhe unter den rund 200 Zuhörern auf: Die Missener wollen keinen Windpark im Bereich der Siedelalpe und im Stixner Wald auf Immenstädter Flur.

Auch von Laer ist gegen hohe Windkraftanlagen in diesem Bereich. 'In einer Stellungnahme würde ich diese Standorte ablehnen.'

Grundsätzlich stellt sich der Bürgermeister aber nicht gegen Anlagen auf Gemeindegebiet: 'Ich kann mir Windkraft in Missen an geeigneten Standorten vorstellen. Wo diese liegen könnten, müssen wir noch besprechen.'

Auch für Landtagsabgeordnete Ulrike Müller (FW) dürfen im Stixner Wald keine Windkraftanlagen gebaut werden: 'Mit einem bayernweiten Gesamtkonzept finden wir bessere Standorte.'

Es ist vor allem die Sorge um den Tourismus, der die Missener Bürger antreibt. Zudem stellten sie Fragen zu den gesundheitlichen Auswirkungen und der Dimension der Anlagen.

Bevor die Diskussion begann, hatte Ulrich Härle, Vertreter des Landratsamts im Planungsverband Allgäu, über den aktuellen Stand informiert: 'Es ist immer noch ein offener Prozess', so Härle.

Der Wildpoldsrieder Bürgermeister Arno Zengerle schilderte seine Erfahrungen als Vorreiter in Sachen Windkraft im Allgäu, Finanzierungsmöglichkeiten und Renditechancen.

'Man muss sensibel vorgehen, die richtigen Standorte zu finden', riet Zengerle. Der Rathauschef riet bei dem Thema außerdem zur interkommunalen Zusammenarbeit.

Was bisher geschah

- Der Planungsverband Allgau pruft seit Mitte 2011, wo Flachen fur weitere Windrader ausgewiesen werden. Ein Vorentwurf sieht dafur unter anderem zwei Bereiche in der Bergstatte vor. Dazu konnen Kommunen und Trager offentlicher Belange bis Mitte Oktober Stellungnahmen abgeben.

- Der Immenstadter Burgermeister Armin Schaupp will mogliche Standorte fur Windkraftanlagen fur die offentliche Hand sichern. Die Grundeigentumer sollen sich vertraglich verpflichten, neue Windrader nur mit der von der Stadt beauftragten regionalen Firma Bioenergie Allgau zu errichten.

- Die 'Burgerinitiative Alpsee Bergstatt' lehnt den Bau hoher Windkraftanlagen im Bereich der Siedelalpe und im Stixner Wald zwischen Immenstadt und Missen ab.

- Nach einer Beratung kam der Immenstadter Stadtrat zu dem Ergebnis, den Planungsverband zu bitten, die Frist fur die Abgabe der Stellungnahme zu verlangern.

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