Wintersport im Allgäu
Special Wintersport im AllgäuSPECIAL

Reportage
Wenn schon, dann gleich richtig! Theresa beim Skikurs in Ofterschwang

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Skifahren gehört im Winter zum Allgäu wie im Sommer das Wandern. Nur dass das Wandern auch von alleine funktioniert - im Gegensatz zum Skifahren. Mein zweiter Winter im Allgäu sollte deswegen nicht wieder ohne einen Tag auf der Piste vergehen. Ein Skilehrer hat mir den richtigen Schwung auf zwei Brettern gezeigt.

So ganz wohl war mir nicht, als wir uns in Skiklamotten und Kameras dem Ofterschwanger Horn näherten. Bis auf wenige, kaum ernstzunehmende Versuche habe ich mit Wintersport noch keine Erfahrungen gemacht. Die Vorstellung, auf zwei schmalen Brettern einen Berg hinunterzudüsen und dabei auch noch Spaß zu haben, war mir ehrlich gesagt etwas suspekt.

Skilehrer Pascal Schwarzbach bringt seit acht Jahren Ski-Interessierten das Skifahren bei, egal ob sie jung oder alt, sportlich oder unsportlich, blutige Anfänger oder Fortgeschrittene sind. Bevor wir mit dem Kurs begonnen haben, habe ich im Verleih erst einmal die passende Ausrüstung bekommen. Gut präparierte Ski und ein bequemer, aber trotzdem festsitzender Helm sind die Grundvoraussetzung, um sich auf der Piste sicher zu bewegen.

Mit den Ski in der Hand geht es anschließend ab auf die Piste. In flachem Gelände und mit nur einem Fuß in der Bindung gewöhne ich mich an das Gefühl, auf einem Brett durch den Schnee zu gleiten. Weil ich mich damit aber nicht wesentlich vom Fleck bewege, treten wir Sterne und Treppen - "für ein sicheres Gefühl auf den Ski", wie Pascal sagt. Danach lege ich auch schon die erste "Schussfahrt" hin - im Schneckentempo auf dem "Idiotenhügel".

Dass ich deswegen zum Typ "Draufgänger" gehöre, glaube ich nicht. Pascal erzählt, dass er nach seiner Erfahrung zwei verschiedene Arten von Skischülern unterscheiden kann. Zum einen eben die Draufgänger, zum anderen die Vorsichtigen. Die Draufgänger machen einfach mal und schauen, wie weit sie damit kommen. Die Vorsichtigen üben lieber jeden Schritt, bis er sicher sitzt - dazu gehöre ich!

Genau so ist es bei den nächsten Übungen. Da ich den Schneepflug schon von alleine fahre, schickt mich Pascal direkt auf die Übungs-Piste, um mir das Kurvenfahren beizubringen. Mit den Carving-Ski funktioniert das ziemlich gut, aber so richtig sicher fühle ich mich dabei noch nicht. Deswegen zeigt mir Pascal verschiedene Übungen, bei denen ich die Belastung auf dem Ski verlagern muss. Auch das klappt, wobei der Hang ja auch nicht wirklich steil und das Tempo eher - naja - mäßig ist.

Langsam spüre ich die ungewohnten Bewegungen. Muskeln, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie überhaupt habe, machen sich bemerkbar. "Das ist ganz normal", sagt Pascal. Selbst die durchtrainiertesten Fitnessstudio-Gänger kämen bei ihren ersten Fahrten auf Ski an ihre Grenzen, weil die Bewegungsabläufe neu seien. Trotzdem haben es natürlich Sportliche leichter als die, die sich sonst höchstens zu einem Spaziergang aufraffen können.

Weil wir jetzt aber bei schönstem Wetter am Berg sind und ich die Übungen bisher gut gemeistert habe, fahren wir mit dem Lift auf die "richtige" Piste. Hier kann ich zeigen, was ich die letzten Stunden gelernt habe. Oben angekommen, rasen Kinder an mir vorbei. Ich wünsche mir kurz, das Skifahren doch schon vor 20 Jahren gelernt zu haben. "Kinder machen einfach nach, was man ihnen zeigt, und denken noch nicht so viel über die Gefahren nach", erzählt Pascal.

Ich schaffe das aber auch in meinem fortgeschrittenen Alter (26). Skilehrer Pascal gibt mir nochmal einige Anweisungen, denn jetzt stehen wir mitten auf der Piste, wo links und rechts geübte Fahrer an uns vorbeiheizen. Als die Strecke frei ist, geht die Fahrt los. Ich immer Pascal hinterher, der aufpasst, dass ich zum einen die Technik umsetze, zum anderen aber auch sicher unterwegs bin. Wenn ich vorher gewusst hätte, was für einen Spaß das macht...! Natürlich komme ich nicht ganz sturzfrei bis zur Mittelstation. Aber trotzdem ist das Gefühl toll, nach so wenigen Stunden schon die ersten Abfahrten zu machen. Jetzt heißt es üben, üben, üben, um den Mut und das Gefühl für den Sport nicht zu verlieren.

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