Gesundheit
«Wartezeit kürzen, Patienten optimal versorgen»

Dr. Karim Moussa ist fest überzeugt: «Niedergelassene Fachärzte sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung.» Man müsse sie auf Augenhöhe mit Hausärzten und Kliniken sehen. Alle drei Säulen wollten die Allgäuer Bevölkerung optimal versorgen.

Lösung ist für den Mediziner folglich nicht, dass Krankenhäuser immer stärker im ambulanten Bereich tätig sind. Wichtig sei dagegen, so der 45-Jährige, die Kommunikation und Zusammenarbeit untereinander zu verbessern - auch mit Apotheken.

Dafür tritt Moussa nicht nur aus persönlicher Überzeugung ein, sondern auch kraft Amtes: Der Sonthofer Mediziner, Chef der Sonthofer Rosenbergklinik (für Venen und ästhetische Medizin), ist der neue Vorsitzende im << Ärztenetz Oberallgäu >>, dem Verein der Fachärzte im südlichen Landkreis. Es gelte, Behandlungspfade zu beschleunigen, Wartezeiten auf einen Termin beim Experten zu verkürzen.

Anders als Routinetermine (<< die können etwas warten >>) müssten Schmerzpatienten und dringliche Untersuchungen sehr zeitnah erfolgen, so Moussa. << An manchen Schnittstellen zwischen Kliniken und Fachärzten muss noch gefeilt werden. Insgesamt funktioniert die Kooperation gut, ist aber noch ausbaufähig. >>

Engere Zusammenarbeit

So finden Moussa und viele seiner Kollegen auch das Konzept der Krankenkasse << Bosch BKK >> eine gute Sache. Die Bosch BKK plant wie berichtet eine engere Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten sowie den Kliniken Oberallgäu und Kempten, um die Versorgung von schwer und mehrfach Erkrankten zu verbessern. Fachliche Begleitung und schnellere Termine bei Experten sollen die Genesung beschleunigen. Davon können alle profitieren: Patienten sind schneller gesund. Die Krankenkasse spart etwas Geld, auch wenn sie die Ärzte ein bisschen besser honoriert.

Die Facharzt-Versorgung im Oberallgäu wertet Moussa als flächendeckend und gut, sieht allerdings im Zuge des allgemeinen Ärztemangels in einem Jahrzehnt auch auf die Region Probleme zukommen. Die Zahl der medizinischen Versorgungszentren werde wohl zunehmen.

Gut findet Moussa Modelle wie das Ärztehaus in Immenstadt, in dem Fachärzte größere Einheiten bilden und Synergien nutzen, dabei aber eigenständig bleiben.

Herausforderung sei es nun, den Arztberuf attraktiver zu gestalten. Dabei hat Moussa nicht nur die Finanzen im Visier, sondern vor allem das eigentliche Berufsbild: Denn Ärzte wollten ja für ihre Patienten da sein, erstickten aber zunehmend in Verwaltungsarbeit. Die Politik dürfe Medizinern nicht immer noch mehr Verwaltungsarbeit aufbürden, sondern müsse sie davon befreien.

Auch in der Region sei es wichtig, dass die politisch Verantwortlichen die Ärzte und die Kliniken stützen. Nötig seien langfristige Perspektiven und gute Rahmenbedingungen.

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