Reportage
Viehscheid in Bad Hindelang 2013

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Morgens halb sieben bei Bad Hindelang. Es riecht nach frisch gefallenem Regen und... Kuhmist. Gerade ist die erste Rinderherde in Richtung Bad Hindelang losgezogen. Rund 700 Stück Vieh werden es am Ende sein.

Von Besuchermassen ist hier im Ostrachtal noch nicht viel zu sehen. Nur einzelne Schaulustige begleiten den Scheid von oben herab. Das große Spektakel, mit geschätzt 15.000 Zuschauern findet im Tal statt. Damit kommen 21,4 Menschen auf ein Rind bei einem der ersten und größten Viehscheide im Allgäu.

Nachdem das Vieh den Sommer auf den Weiden in den Bergen verbracht hat, treiben es die Älpler im Herbst wieder zurück ins Tal. Damit jeder Bauer seine Rinder zurückbekommt, scheiden (teilen) die Älpler die Herden im Anschluss.

Eine jahrhundertelange Tradition: 1794 wurde der Scheid in Bad Hindelang das erste Mal urkundlich erwähnt. Mittlerweile ist der Viehscheid auch eine Touristenattraktion, erzählt Susanne Rauschhuber, stellvertretende Tourismusdirektorin von Bad Hindelang. Schon seit den 1920er Jahren kommen mehr und mehr Besucher zur Sommerfrische ins Tal.

Dennoch soll der Viehscheid in Bad Hindelang traditioneller bleiben als manch anderer im Allgäu. So gab es dieses Jahr kein Kranzrind, obwohl es natürlich ein beliebtes Foto-Motiv für die Touristen ist.

Einen Kranz gibt es nur, wenn der Alpsommer auf der jeweiligen Alp unfallfrei verlaufen ist und alle Tiere und Hirten auch wieder gesund ins Tal zurückkehren, sagt Susanne Rauschhuber. Bei zunächst zu feuchtem und dann zu trockenem Wetter in diesem Sommer verunfallten aber einige Tiere. Der Viehscheid ist in erster Linie gelebte Tradition und kein Besucherklamauk.

Nichtsdestotrotz war die Stimmung auf dem Scheid in Bad Hindelang gut. Viehscheid ist nur einmal im Jahr und nur an diesem einzigen Tag kann man so große Herden mit 200 Stück Vieh und mehr sehen, wie sie unter Führung ihrer Hirten mit den großen Schellen zurück ins Tal kehren. Das ist etwas ganz besonderes, sagt die stellvertretende Tourismusdirektorin. Auch ohne Kranzrind.

Autor:

Stephan Michalik aus Kempten

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