Stadtentwicklung
Versammlung für den Erhalt des Tannachwäldchens in Sonthofen

Die Diskussion um die Zukunft des Tannachwäldchens prägten die Jahresversammlung von Bund Naturschutz (BN) Sonthofen und dem Förderverein für Natur und Umwelt. Bekanntlich wird untersucht, ob das Wäldchen einem Gewerbegebiet weichen soll. Allein den Gedanken an die Möglichkeit einer Fällung des alten Baumbestandes halten die Naturschützer für absurd. Viele ehrenamtliche Helfer von BN und der lokalen Agenda-21-Umweltgruppe hätten über Jahre einen Bürgerwald entwickelt.

'Wir haben entmüllt, Wege freigeschnitten, Brücken gebaut und einen Waldspielplatz angelegt, um Bürgern Erholung in der Natur zu bieten und der Natur Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen', sagte Ortsvorsitzender Michael Borth. Die Helfer fühlten sich 'verschaukelt'.

Sie fragten sich, welchen Wert große Worte und Fototermine des Bürgermeisters zum 'Bürgerwald' sowie Veröffentlichungen in städtischen Broschüren hätten, wenn wenige Jahre später das Gelände dem Investitionsdrang geopfert werden solle.

Und das, obwohl durch die Auflösung der Kasernen bald genug Gewerbeflächen zur Verfügung ständen. Einig war sich die Versammlung, dass das Ansinnen im krassen Gegensatz zu den Kriterien stehe, an die sich Sonthofen als Alpenstadt halten müsse.

Der 'grüne Marshallplan'

Alfred Karle-Fendt, Vorsitzender des Fördervereins für Umwelt- und Naturschutz in Sonthofen, sieht es ebenso kritisch: 'Eine Fällung des Tannachwäldchens steht im Widerspruch zum vor wenigen Jahren propagierten grünen Marshallplan für das Leitbild Sonthofens.'

Das Wäldchen beherberge eine erstaunliche Fülle an Tier- und Pflanzenarten. Es habe sich gerade auch durch engagierte Bürger zu einem naturnahen, artenreichen Mischwald entwickelt. Ein echtes Stück Wald im Stadtgebiet ist für die BN-Ortsgruppe ein sehr positives Alleinstellungsmerkmal für Sonthofen als Wohnort.

Das erfülle auch die Forderungen im Bundesnaturschutzgesetz und des aktuellen vom BUND ausgerufenen Schwerpunktthemas 'mehr Natur in der Stadt'.

Neue Begrünungen an anderer Stelle als Ausgleichsmaßnahme könnten die in vielen Jahren gewachsene Natur nicht ersetzen, waren sich Mitglieder und Vorstand einig. Den Widerstand in der Bevölkerung möchten beide Vereine unterstützen, zumal eine Gruppierung bereit sei, im 'Ernstfall' ein Bürgerbegehren zu starten.

Weiter standen auf der Tagesordnung ein Rückblick auf Aktivitäten im Vorjahr sowie Neuwahlen des Vorstandes, der einstimmig im Amt bestätigt wurde. Zum Abschluss der Jahresversammlung zeigte Fotograf Siegfried Bruckmeier eindrucksvolle Landschafts-, Tier- und Pflanzenaufnahmen.

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