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Vermisster Skitourengeher vom Bleicherhorn gerettet

Glückliches Ende eines Berwacht-Einsatzes, am Dienstag kurz vor Einbruch der Dunkelheit: Bei Schneetreiben und tiefen Temperaturen finden Oberallgäuer Bergwachtler einen seit Montagabend vermissten Skitourengeher aus Bonn in einem Tobel unterhalb des 1699 Meter hohen Bleicherhorns in der Oberallgäuer Hörnergruppe.

Der 52-jährige Urlauber aus Bonn ist erschöpft und unterkühlt, aber unverletzt. 'Wir hatten die Hoffnung, ihn noch lebend zu finden, schon aufgegeben,' sagt der Sonthofener Bergwacht-Einsatzleiter Bernd Zehetleitner.

Von seiner Frau war der Tourengeher vermisst gemeldet worden, weil er nicht - wie ausgemacht - um 14 Uhr an der Alpe Rappengschwend war. Er hatte das Bleicherhorn besteigen wollen, bei Schneetreiben und schlechter Sicht. Stundenlang kämpften sich die Bergwachtler aus Sonthofen, Immenstadt und Balderschwang sowie Alpin-Polizisten seit Montagabend durch die Schneemassen.

In den bis zu zwei Meter hohen Pulverschnee- Verwehungen kamen sogar die Lawinenhunde an ihre Grenzen. Um 1 Uhr wurde die Suche abgebrochen. 'Das Risiko war einfach zu groß,' schildert der aus Burgberg stammende Berufsbergführer Zehetleitner. Lawinengefahr steigt Gestern morgen dann ein erneuter Versuch: Wieder kämpfen sich die Bergwachtler durch die Schneemassen, wieder hat starkes Schneetreiben eingesetzt.

Die Situation ist jetzt noch gefährlicher. Durch den böigen Wind steigt die Lawinengefahr weiter an. Der Tourengeher aus Bonn habe kein Verschütteten-Suchgerät getragen, sagt Zehetleitner. Damit wäre es beispielsweise möglich, ihn vom Hubschrauber aus zu orten. Doch der kann an diesem Tag ohnehin nicht fliegen - zu schlecht ist die Sicht wegen des ununterbrochenen Schneefalls.

Als Einsatzleiter Zehetleitner am Mittag den Einsatz wegen der Risiken für die Retter abbrechen will, schickt der Vermisste eine SMS an seine Familie. Er lebe, habe sich verlaufen und hoffe, bald im Tal anzukommen. Die Retter sind neu motiviert: Gelingt ihnen doch eine Rettung statt einer Totenbergung? Plötzlich entdeckt ein Bergwachtler in der Ferne in einem Tobel einen Menschen, der sich bewegt. Bald sind die Männer bei dem gesuchten Skitourengeher.

Die ganze Nacht ist er in Bewegung geblieben, um nicht zu erfrieren. Er hatte versucht, aus dem Tobel zu kommen und sich ins Tal zu retten. Doch in der steilen Schlucht war er immer wieder auch in einen eiskalten Bach geraten. Damit er nicht weiter auskühlt, geben die Bergwachtler dem Geretteten ihre Kleidungsstücke und bringen ihn sicher ins Tal. 'Er hat großes Glück gehabt', sagt Zehetleitner.

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