Bebauung
Tümpel im Rettenberger Kurpark soll für Musik-Pavillon zugeschüttet werden

Er soll nach 20 Jahren endlich gebaut werden, der Musikpavillon samt Festplatz im Rettenberger Kurpark. Die Musikkapelle ist dafür, der Gemeinderat ist dafür und auch die Bürger wollen, dass die Musik einen Ort zum Spielen und die Vereine einen Platz zum Feiern bekommen. Aber am Standort und dem Wie scheiden sich die Geister.

Damit der Platz im Kurpark am besten genutzt wird, soll der Pavillon nach Beschluss des Gemeinderats nämlich dort hinkommen, wo momentan ein Teich liegt. Der müsste dazu verfüllt werden. Anwohner sehen den Kurpark gefährdet und wollen das Verfüllen des Teichs verhindern. Sie haben unter dem Titel «Unterschriftensammlung gegen den neuen Bebauungsplan im Kurpark Rettenberg / Für die Erhaltung der Kurparkanlage» in einer Woche mehr als 300 Menschen zum Unterzeichnen bewegt.

Nach Angaben von Silke Mohr, einer der Initiatoren, leben geschützte Tierarten in dem Tümpel. Sie rechnet damit, dass etwa acht Bäume gefällt werden müssen, um den Festplatz wie geplant zu errichten. Mohr, die direkt neben dem Kurpark wohnt, befürchtet, dass sein Charakter verloren gehen könnte. «Er ist dann wie ein befestigter Sportplatz, es mag sich aber keiner mehr darin aufhalten», kritisiert sie.

Bürgermeister Oliver Kunz betont, dass der Kurpark als Ganzes auf jeden Fall erhalten bleiben solle. «Uns ist allen bewusst, dass eine neue zusätzliche Bepflanzung kommen muss.» Kunz wirft den Initiatoren vor, sich nicht richtig informiert zu haben, Halbwahrheiten zu verbreiten und Stimmung gegen die Pläne zu machen. «Ich bin sehr enttäuscht, dass sie vor dem Start der Unterschriftenaktion nicht das Gespräch mit mir gesucht haben.

» Insbesondere missfällt ihm, dass Kinder zum Unterschriftensammeln allein von Haustür zu Haustür geschickt und so instrumentalisiert worden seien. Kunz verweist darauf, dass nur der Standort des Pavillons beschlossen sei. Die Planung des Landschaftsarchitekten stehe noch aus. Er bietet den Unterschreibern an, in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Teich einen neuen zu bauen und die Amphibien professionell umsiedeln zu lassen. Nach Angaben des Bürgermeisters sollen für Pavillon und Festplatz zwei Bäume gefällt und drei umgepflanzt werden. Die Untere Naturschutzbehörde habe den Plänen zugestimmt, hebt Kunz hervor. Die Bäume, die nebenan gerade in einem Tobel gefällt wurden, hätten nichts mit dem Pavillon zu tun. Sie seien innen hohl gewesen.

Die Musikkapelle steht nach Angaben ihres Vorsitzenden Helmut Mayr hinter dem Standort des Pavillons. Mayr: «Mittlerweile ist schon der Dorffrieden erheblich gestört, Nachbarn beschimpfen sich wegen der Unterschriftenaktion.»

Initiatorin Mohr fordert, den Bestand der Bäume und des Teichs zu erhalten und in die Festwiese zu integrieren. «Ich hoffe, dass wir uns friedlich einigen können.» Die Liste übergeben will sie nur, wenn es dazu nicht kommt. Sie überlegt, dann einen Bürgerentscheid zu initiieren.

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