Energiewende
Streit um das Wasserkraftwerk Älpele in Bad Hindelang geht weiter

Viel diskutiert und gestritten wurde im Oberallgäu: über die Idee, das Wasserkraftwerk 'Älpele' in Bad Hindelang zu bauen. Das Landratsamt hat nun die überarbeiteten Pläne rechtlich überprüft. Und Landrat Anton Klotz hat daraufhin entschieden: Das Projekt im Bereich der Eisenbreche im Hintersteiner Tal wird genehmigt.

Damit geht der Streit in die nächste Runde: Der Bund Naturschutz kündigte an, .

"Obwohl naturschutzrechtliche Gründe der Errichtung des Wasserkraftwerks entgegenstehen, werten wir das öffentliche Interesse am Bau der Anlage höher", sagte Landratsamts-Sprecher Andreas Kaenders. Es handle sich hierbei um "Gemeinwohlbelange" - dazu zählt auch das Interesse an der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Kaenders verweist auf die Energiewende, zu der das Wasserkraftwerk einen Beitrag leisten könne.

Ähnlich argumentieren auch die Befürworter des Wasserkraftwerks – darunter unter anderem die Oberallgäuer CSU, Freien Wähler und SPD: Sie berufen sich auf einen einstimmigen Beschluss des Kreistags von 2011 nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Damals hatte sich das politische Gremium einstimmig zum Ziel gesetzt, 70 Prozent des Stroms im Landkreis bis 2022 aus regenerativen Energien zu gewinnen.

Die Ergebnisse dieser Umfrage sind nicht repräsentativ.

Die Gegner hingegen – darunter die Oberallgäuer Grünen und die ÖDP, der Bund Naturschutz sowie andere Umweltschutzverbände – erinnern daran, dass das geplante Wasserkraftwerk in mehreren Schutzzonen liegt: im Naturschutzgebiet, im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) und im Landschaftsschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sowie im Vogelschutzgebiet. Die Eisenbreche ist zudem ein ausgewiesenes Naturdenkmal. Anlagen für erneuerbare Energien müssten also nicht in solchen sensiblen Gebieten durchgeboxt, sondern könnten auch woanders gebaut werden.

Mehr über das Thema erfahren Sie im Allgäuer Anzeigeblatt vom 29.04.2015.

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