Geld
Stadt Sonthofen soll kräftig Steuern nachzahlen

Bis zu 1,5 Millionen Euro Steuern muss die Stadt Sonthofen womöglich ans Finanzamt nachzahlen. Da es sich um alte Steuern aus den Jahren 2005 bis 2009 handelt, kommen am Ende vielleicht sogar Zinsen drauf.

Das ist derzeit freilich laut Kämmerer Alfons Werner das schlimmste Szenario. Er hofft, mit Steuerberatern und Finanzamt eine andere Lösung zu finden. Die hohen Offenstände an Körperschafts- und Kapitalertragssteuern kamen bei einer Betriebsprüfung ans Licht.

Allerdings hatte wohl die Stadt nichts falsch gemacht oder verheimlicht. Grund sei vielmehr, so Werner, dass das Finanzamt bestimmte Verrechnungen von Verlusten nicht mehr anerkennt. Die steuerpflichtigen Erträge rühren aus den satten Dividenden, die die Stadt aus ihrer Beteiligung an den Allgäuer Kraftwerken (AKW) erhält.

Nach einer Gesetzesänderung 2001 hatte die Stadt die Dividenden über eine Tochterfirma gelenkt und mit Verlust aus anderen Bereichen verrechnet.

Anfangs habe das Finanzamt das akzeptiert, nur jetzt nicht mehr, so Werner. Nun tüfteln die Experten, ob sich Einnahmen aus den AKW-Dividenden mit anderen Verlusten - etwa denen der Tiefgarage - verrechnen lassen. Das könnte die Steuerschuld zumindest senken.

Zusätzliche Einnahmen

Der normale laufende Etat der Stadt ist im Lot, könnte laut Werner sogar auf zwei Millionen Euro Überschuss kommen - heuer. Und das, obwohl die Juni-Unwetter Straßenschäden von geschätzt 200.000 Euro angerichtet hatten.

Grund für die guten Zahlen sind zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 2,43 Millionen Euro. Dabei handelt es sich nach Darstellung der Kämmerei um Abschlusszahlungen der Unternehmen aus den Vorjahren. Werner: << Wir sind wohl eine der wenigen Städte, die von der Krise wenig mitbekommen haben. >>

Mit mehr Gewerbesteuer steigt freilich die abzuführende Gewerbesteuerumlage um 432.000 Euro. Stärker zu Buche schlägt, dass im Zuge des Finanzausgleichs im Jahr 2013 etwa 800000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen vom Freistaat zu erwarten und zugleich 700.000 Euro mehr Kreisumlage zu zahlen sind. Von den Mehreinnahmen bleibt nur eine halbe Million übrig.

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