Feier
Stadt Sonthofen lud Alters- und Ehejubilare zum Kaffee ein

Als der junge Maler Wilfried Krollmann der 17-jährigen Cäcilia schöne Augen machte, schien sie nicht sonderlich beeindruckt. Sie arbeitete damals in einem Arzt-Haushalt; Krollmann sollte dort für einen Tapetenwechsel sorgen.

Die Cäcilia mit den großen blauen Augen gefiel dem Handwerker 'von Anfang an'. Auch wenn sie 'ein bisschen abweisend' war. 'Ich habe gekämpft wie ein Löwe um sie', erzählt Krollmann, inzwischen 75. Und seit einem halben Jahrhundert mit Cäcilia verheiratet. Jetzt feierten sie auf Einladung der Stadt mit weiteren Jubilaren im Spitalcafé.

'Wie ist es: Können wir uns mal treffen?', versuchte der Goldhochzeiter, gebürtig aus Hemer bei Iserlohn, seinerzeit das junge Mädchen zu einem Rendezvous zu überreden. Die beiläufige Antwort: Sie würde öfters mal am Abend mit dem Hund rausgehen.

Flugs witterte der junge Mann seine Chance, legte sich auf die Lauer und wartete, bis sie aus dem Haus kam. Cäcilia, aus einem kleinen Dorf bei Meschede stammend, war beeindruckt von seiner Ausdauer und gab seinem Werben schließlich nach.

Vor elf Jahren verließ das Paar nach dem Ende der Berufsphase seinen Heimatort, wo Cäcilia Krollmann als Stationshilfe in einer Lungenfachklinik gearbeitet hatte, und zog nach Sonthofen. Wegen der Berge und der Tochter, die schon länger in Immenstadt wohnt. Das Rezept für die lange Gemeinschaft? Nach einer Auseinandersetzung werde ein bis zwei Tage nicht so gesprochen wie gewöhnlich, so Wilfried Krollmann.

Doch dann komme mal der eine, mal der andere und reiche die Hand zum Frieden.

Vor dem Schlafengehen werde nach einer Meinungsverschiedenheit geredet, 'und dann ist es gut', verrät Helga Jörg einen guten Tipp für ein harmonisches Miteinander in ihrer fünfzigjährigen Ehe. Das Mädchen aus der Lüneburger Heide lernte den späteren Ehemann Franz, einen waschechten Berghofer, in Bremen kennen.

Die Krankenschwester war genau wie Franz von Arbeitskollegen in eine Diskothek gezogen worden, obwohl beide eigentlich keine Discogänger waren. Er kam zur Tür herein, sagte 'Grüß Gott' und forderte Helga zum Tanz auf.

Perplex über diese 'exotische' Anrede, willigte sie ein. Zwei Jahre später heiratete das Paar in Sonthofen. Anfangs, lächelt die Ehejubilarin, habe sie gar nichts verstanden. Es sei ihr auch nicht leicht gefallen, sich im Allgäu einzuleben, aber sie habe eine 'sehr liebevolle Schwiegermutter' gehabt.

Heute ist sie im Süden daheim und macht Semmelknödel 'wie jede andere Hausfrau auch'. Genauso gern aber kocht Helga Jörg, die über 30 Jahre lang im Sonthofer Krankenhaus gearbeitet hat, im Winter ein deftiges Grünkohlgericht, eine Spezialität ihrer norddeutschen Heimat.

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