Aktion
Sonthofer Jugendliche protestieren gegen möglichen Abriss des Skateparks

Plastikrollen knattern über den heißen Asphalt. Ein kurzes Klacken. Gespanntes Innehalten. Nur die Rockmusik dröhnt weiter aus den Lautsprechern. Ein kurzer Knall und mit einem erleichterten Grinsen lässt Niclas Mägdefrau sein Skateboard ausrollen. Niclas ist einer von vielen Jugendlichen, die an diesem Nachmittag an den Sonthofer Skater-Park neben dem Tannach-Wäldchen gekommen sind.

Sie setzen sich auf ihre Art gegen eine mögliche Umwandlung des Gebiets in Gewerbeflächen ein – mit Sprüngen und Kunsttücken auf Rampen, Geländern und Boxen. 'Wir wollen heute zeigen, was wir auf dem Platz eigentlich machen und wie wichtig er für uns ist', sagt Niclas.

'Jeder interessiert sich für Fußball. Für unseren Sport haben die wenigsten was übrig', ergänzt André Bodlin. Der 17-Jährige hat die Protestaktion mit organisiert. Vor ein paar Jahren hatte er sich dafür eingesetzt, dass der ehemalige Abenteuerspielplatz am Wäldchen zur Skater-Anlage umgebaut wird.

'Es wäre totale Ironie, wenn man jetzt alles platt macht. Vor allem, weil die Stadt erst eine Menge Geld hier rein gesteckt hat.' Und das sei damals bei den Jugendlichen richtig gut angekommen. 'Der Park wird ständig genutzt. Wir haben uns alle hier kennengelernt und sind zu einer richtigen Clique geworden', erzählt Nicklas Linke.

Der 16-Jährige komme oft hierher und nehme auch an internen Wettkämpfen auf dem Platz teil. 'Der Skater-Park liegt einfach genial. Einen ähnlichen gibt es vielleicht noch in Oberstdorf. Aber das ist ja eine halbe Weltreise, bis wir da sind.'

Berechtigter Protest

Laut Wolfgang Deppe, Dritter Bürgermeister von Sonthofen, bezweifelt keiner die Notwendigkeit des Platzes. 'Wir stehen hinter der Anlage, sonst hätten wir sie nicht errichtet.' Die Protestaktion der Jugendlichen findet er berechtigt. 'Wir halten auch Kontakt zur Jugend. Es ist richtig, dass sie das Gelände aus ihrer Sicht verteidigen.' Ob das Tannach-Wäldchen tatsächlich abgeholzt wird, sei noch nicht beschlossen. Festlegen wolle sich die Stadt erst, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind.

'Ich habe ein Problem mit Unterstellungen. Bei den Überlegungen geht es um die Verfügbarkeit. Das Wäldchen ist in unserem Besitz. Deswegen kam der Vorschlag von den Planern.' Die Argumente der Jugendlichen für den Erhalt der Anlage seien für Deppe wichtig. 'Wenn der Platz je abgerissen würde, dann nur mit einem Ersatz an einer anderen Stelle.'

Die Sonthofer Jugend skatet weiter für ihren Platz. Am kommenden Donnerstag wollen sie auch auf der Bürgerversammlung ihren Unmut kundtun und die Sonthofer zum Erhalt des Gebiets aufrufen. Wie es auch auf ihren Plakaten heißt: 'Denkt an Eure Zeit zurück – ohne Tannach-Wäldle wär’s verrückt.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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