Elternfrühstück
Schule mal anders erleben - Elternfrühstück in der Albert-Schweitzer-Schule

Jürgen Gottfried schüttet schwarze Spielsteine mit bunten Symbolen auf den Tisch. 'So ähnlich wie Scrabble', beschreibt der Inhaber eines Spielwarengeschäfts in Sonthofen das 'Spiel des Jahres 2011'. Er ist zu Gast beim 'Elternfrühstück' der Albert-Schweitzer-Schule und stellt Spiele für die Familie vor. Die Frühstücksgäste, ausnahmslos Mütter, rücken neugierig näher und bauen alsbald eifrig Sechserreihen mit gleichen Farben oder Formen. Was zunächst so einfach aussah, entpuppt sich als 'sehr anspruchsvoll', so Tina Schultheiß.

Die 33-jährige Mutter von zwei Kindern findet es 'toll, Spiele mal selber auszuprobieren'. Sie hat von dem Thema in der Zeitung gelesen und sich zum Elternfrühstück eingefunden, obwohl ihr Nachwuchs in den Kindergarten bzw. in eine andere Schule geht. 'Es kann jeder kommen', betont Annette Kaiser, Jugendsozialarbeiterin an der Albert-Schweitzer-Schule.

Das 'Elternfrühstück' wurde vor drei Jahren eingerichtet für die Eltern der Schulkinder, aber auch für Großeltern, Nachbarn oder Freunde. Der Mittwochstreff sei im Oberallgäu einmalig, so Kaiser.

'Schule mal anders erleben'

Die Kosten tragen die Gäste durch Spenden, ein wechselndes Helferteam kauft ein und deckt den Tisch. Heute haben sich Tina Schultheiß und Ute Hög um das Frühstück gekümmert und mit Kerzen, Mandarinen und Erdnüssen eine hübsche adventliche Dekoration geschaffen. Hög (45) findet es 'klasse, sich mit anderen Eltern auszutauschen'.

Neben Frühstück und Unterhaltung wird an jedem Mittwoch auch ein Thema angeboten. Die Referenten arbeiten unentgeltlich und sprechen über die Hilfe bei Hausaufgaben, den Wiedereinstieg der Frau in den Beruf, aber auch über Homöopathie oder gute Kinderbücher. Nach dem Frühstück gehen die Teilnehmer auch schon mal zum Nordic Walking, machen Yoga oder singen Lieder.

'Die Eltern sollen Schule auch mal anders erleben', sagt Schulleiterin Hildegard Schröder. Zwischen vier und zwölf Erwachsene finden sich jede Woche ein. 'Ich fühle mich an der Schule einfach wohl', lobt Sibylle Steichele (45) die 'angenehme Atmosphäre'. Auch sie ist ein echter Gast.

Ihre beiden Kinder gehen in die Grundschule an der Berghofer Straße. Steichele, alleinerziehend und voll berufstätig, genießt ihren freien Mittwochvormittag in der Schule: 'Da komme ich zur Ruhe.' Simone Speiser, 31, ist das erste Mal da. Anerkennend schaut sie über den reichhaltig gedeckten Frühstückstisch: 'Ich denke, es passt.'

Nachdem der erste Hunger in der Runde gestillt ist, packt Jürgen Gottfried mitgebrachte Spiele aus. Neben 'Qwirkle' und 'Schnappt Hubi', einer Gespenstersuche auf dem Brett, erklärt er auch das interaktive Buch 'tiptoi'. Mit einem dicken Stift können die Kinder Texte oder Motive antippen, der 'sprechende' Stift gibt dann eine Antwort.

In einem Buch stecken 600 Möglichkeiten, sagt Gottfried, dessen fünfjähriger Sohn sich auf diese Weise allein spielerisch durchs Buch 'liest'. Natürlich hält es die Mütter nicht auf ihren Plätzen: Jede muss einmal auf dem abgebildeten Bauernhof die Kuh 'muh' oder das Schaf 'mäh' schreien lassen.

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