Amtsgericht Verfahren wird gegen Geldbuße eingestellt - Alkohol war wieder einmal der «unbekannte Dritte»
Salomonischer Spruch nach Schlägerei

Der eine ein Handwerker, der andere in der Computer-Branche: Beide jungen Leute lieferten sich mitten in der Nacht auf offener Straße in Oberstdorf eine Schlägerei, die jetzt ihr Nachspiel vor dem Amtsgericht Sonthofen fand. Die beiden Rauflustigen, die nun auf der gleichen Anklagebank - lediglich getrennt vom Verteidiger - Platz nehmen mussten, kamen mit einem Denkzettel davon. Jeder der Kontrahenten eines handfesten Streits im Frühjahr 2010 hat eine Geldbuße von 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu berappen. Ansonsten wurde das Verfahren eingestellt, zu dem es nach Einsprüchen gegen die zuvor ergangenen Strafbefehle gekommen war.

Offenbar keine bleibenden Schäden

Wieder mal schien der sogenannte «unbekannte Dritte» der Auslöser dieser Schlägerei gewesen zu sein. Dabei ist dieser «Übeltäter» in vielen Gerichtsverfahren ein alter Bekannter, der übermäßige Alkoholkonsum nämlich unter den Beteiligten. So war es auch bei der Schlägerei in Oberstdorf, die offensichtlich bei den beiden Angetrunkenen keine bleibenden Schäden hinterließ.

Der eine trat den Gegner mit Füßen, der andere schlug ihn mit der Faust ins Gesicht, wie der Anklageschrift zu entnehmen war. Zu klären, wer denn nun der Hauptschuldige sei, fiel Richter Andy Kögl nicht leicht.

«Man sollte das alles nicht zu sehr auf die Goldwaage legen»

Der Verteidiger des Beschuldigten aus der Computer-Branche machte schließlich den Weg frei für einen salomonischen Richterspruch. «Man sollte das alles nicht zu sehr auf die Goldwaage legen», zumal das Erinnerungsvermögen der Streithanseln wegen des Alkoholkonsums gelitten habe, schlug der Rechtsanwalt vor. Einen Seitenhieb konnte sich der Verteidiger indes nicht verkneifen. Die Volte ging in Richtung Polizeiinspektion Oberstdorf. Dort treibe man raufende Personen selbst dann zu einem Gerichtsverfahren, wenn sie überhaupt keinen Strafantrag stellen wollten.

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