Grüntentag
Rund 800 Besucher am Grüntentag gedenken der Opfer von Krieg und Terror

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'Wir können uns nicht zurücklehnen und anderen die Arbeit überlassen. Wir müssen uns an diesem Einsatz beteiligen.' Mit seiner Rede zum 63. Grüntentag am Jägerdenkmal untermauerte Brigadegeneral Johann Langenegger, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall, den Sinn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr - genau zehn Jahre, nachdem alles mit den Terroranschlägen am 11. September 2001 seinen Anfang genommen hatte. Zweifel am Bundeswehreinsatz

Die Anschläge seien laut Langenegger der Anlass für die militärische Auseinandersetzung, die über 40 Staaten in erster Linie in Afghanistan gegen das Terrornetz Al Quaida führen. Bedauerlicherweise hätten dabei viele Menschen ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage verloren. Unter den 52 Toten der Bundeswehr waren auch sechs Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23.

Angesichts dieser Opfer zweifelten viele Menschen in Deutschland am Sinn des Einsatzes der Bundeswehr. Rund 800 Besucher nahmen am Grüntentag teil - darunter auch die Bürgermeister aus Sonthofen, Lauben, Burgberg und Rettenberg, Repräsentanten der Bundeswehr aus Sonthofen und Kempten, Abordnungen von aktiven Soldaten und Reservisten sowie viele Fahnenabordnungen von Soldatenverbänden.

Oberstleutnant Bodo Venn, Vorsitzender der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft "Grünten" erinnerte daran, dass das Gedenken am Grüntentag allen Opfern von Krieg und Gewalt gelte, insbesondere aber den Toten der Gebirgstruppen aller Nationen.

Die Gedenkmesse zelebrierte der Militärpfarrer aus Kaufbeuren, Martin Roth. Sie wurde durch die Musikkapelle aus Rettenberg und die Alphornbläser aus Burgberg umrahmt. In der Predigt ging Roth auf die Thematik Schuld, Verzeihung und Versöhnung als Grundlage für ein geordnetes und friedvolles Zusammenleben ein.

Zeitgleich mit der Bergmesse auf dem Grünten feierte Stadtpfarrer Karlheinz Müller in St. Michael (Sonthofen) einen Gedenkgottesdienst, den die Stadtkapelle musikalisch umrahmte. Im Anschluss daran legte Vize-Bürgermeister Harald Voigt an der Ölbergkapelle einen Kranz nieder.

"So, wie die Menschen heute an die Terroropfer denken, so erinnern wir uns heute am Grüntentag an die gefallenen Gebirgsjäger beider Weltkriege", sagte Voigt.

An hohe Verluste erinnert

Beim Kameradschaftsnachmittag im Haus Oberallgäu erinnerte der Vorsitzende der Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft an die Geschichte des Jägerregiments 3 und des Grüntentages. Dieses Regiment hatte im Ersten Weltkrieg über 3000 Kameraden verloren.

Nach dem Bau des Grüntendenkmals durch die Überlebenden des Regiments anno 1924 entstand mit den Jägertagen nach dem ersten Weltkrieg der Vorläufer des Grüntentages. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde durch die Gebirgsjägerkameradschaft Sonthofen die Gedenkfeier wieder belebt. Seit 2002 führt die Tradition nun die Truppenkameradschaft fort.

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