Stadtentwicklung
Pläne für Sonthofens Zukunft schmieden

Bis konkret klar ist, was in Sonthofen aus den Liegenschaften von Standortverwaltung, Jäger- und Grüntenkaserne wird, fließt noch viel Wasser die Ostrach hinunter. Denn wer Pläne für die Zukunft schmieden will, muss erst mal wissen, was Sache ist. Deshalb sind die Vorarbeiten für das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) in Sonthofen so wichtig. Und eine Konversion (also die Umwandlung militärischer Flächen in zivil verwendete) ist ein langer Prozess. Stadtbaumeister Lutz-Holger Behre rechnet mit etwa 15 Jahren, bis der Großteil der bisherigen Bundeswehr-Areale neu genutzt wird.

Statt einer losgelösten Planung nur für die in einigen Jahren freien Bundeswehrflächen werden alle wichtigen Bereiche einbezogen, so Behre. Welchen Sinn würde es auch machen, ein Kasernenareal beispielsweise einfach als großes Wohngebiet auszuweisen, wenn die Bevölkerungsentwicklung unbekannt ist. Zu wertvoll sind die Flächen, um aufs Geratewohl drauflos zu bauen. Im Oktober fiel der Startschuss fürs ISEK. Gefragt ist als erstes eine umfassende Bestandsanalyse, deren Ergebnisse voraussichtlich am 1. März dem Stadtrat vorgestellt werden. Die Themen reichen rund um Gewerbe, Handel, Wohnen, Verkehr, Kultur, Sport, Demografie und den Immobilienmarkt.

Keine Naturflächen verscherbeln

Beispiel Gewerbe: Da interessiert, welche leeren Gewerbeflächen es gibt, wie viele freie Baugebiete, aber auch, welche Betriebe Erweiterungen oder Neubauten planen. Ein Zwischenergebnis: Mittelfristig, in den nächsten fünf bis sechs Jahren sind im Bereich Sonthofen sechs Hektar für Gewerbezwecke gefragt, also 60000 Quadratmeter. Zum Vergleich: Allein die Grüntenkaserne umfasst rund 19 Hektar. Zudem ist laut Behre eine regionale Sicht nötig: So könne man nicht ein lautes Gewerbe mitten in ein Wohngebiet stecken, wolle aber auch keine wertvolle Naturflächen verscherbeln. Für großes produzierendes Gewerbe sei Sonthofen nicht so sehr geeignet, eher wohl das Seifener Becken. Deshalb feilen die Stadt und ihre Nachbarn im Projekt «Communis» ja an gemeinsamen Gewerbeflächen.

Ähnlich ist es bei anderen Themen. Die Bevölkerungsentwicklung ist für die Planung von Wohngebieten wichtig. Und egal, was in die Kasernen kommt - es wird sich auf den Verkehr in der Stadt auswirken. Der Wegfall der Kasernen bietet viele Möglichkeiten: Eine zusätzliche Brücke über die Ostrach nur für Fußgänger und Radler könnte auch dortige Wohngebiete direkt an die Stadt anbinden.

Gezielt Jüngere anlocken

Frage sei grundsätzlich, wo die Stadt hinwolle, so Behre. Man könne zum Beispiel den Trend zur Überalterung akzeptieren oder mit gezielten Maßnahmen jüngere Menschen anlocken - etwa Sonthofen als Sportstadt entwickeln und besondere Angebote für Familien vorhalten. Denkbar ist ebenso, die Infrastruktur der Jägerkaserne zu nutzen, um Schulbetriebe anzusiedeln.

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