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Diamantene Hochzeit
Otto und Josefine Kolb aus Sonthofen feiern Diamantene Hochzeit

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Die eigene Wohnung war wichtiger als ein Brautkleid, als sich Otto und Josefine Kolb aus Sonthofen vor 60 Jahren das Jawort gaben. Nach jahrelanger Suche ergatterten sie 1952 eine Zwei-Zimmer-Wohnung, indem sie den Vormietern den Umzug nach Duisburg bezahlten. Da blieb für ein weißes Kleid kein Geld übrig.

Also heiratete das Paar in Anzug und Kostüm, beides aus dem gleichen Stoff. Kennengelernt hatten sich die 'Diamanthochzeiter' vier Jahre vorher – beim Tanz in der Gaststätte 'Fluhenstein'.

'Ich hab’ sie gesehen, und sie hat mir gleich gefallen', erzählt Otto Kolb (87) und lächelt. Der gebürtige Dornbirner, seit 1939 in Sonthofen, überlegte nicht lange und sprach das hübsche Mädchen mit den braunen Naturlocken an. 'Ich war nicht schüchtern.'

Die zwei Jahre jüngere Josefine, an dem Abend mit Freundin und Kollegen unterwegs, fand schon Gefallen an dem jungen Mann, wollte sich eigentlich aber noch nicht so festlegen. Zwischendurch habe es auch mal ein paar Wochen 'Funkstille' gegeben, erinnert sich ihr Mann. Das änderte sich, als der Feinmechaniker, Mitglied im Boxclub, zu einem Kampf nach Weißenhorn reiste.

Zuvor hatte er seinen Boxkollegen 'bestochen', dessen Frau mit Josefine befreundet war: 'Da schaust du, dass die Fini mitfährt.' Nachdem Otto an dem Abend dann auch noch siegreich war und sich bei der Heimfahrt gleich neben sie setzte, hat’s dann auch bei der jungen Frau 'gefunkt'.

Josefine Kolb, die aus Tiefenbach stammt, arbeitete damals in der Großschneiderei 'Baier & Co.' in der Burgsiedlung. Nachdem die beiden Töchter groß waren, ging sie wieder zum Schaffen. Zuletzt war sie bei BHS tätig, genauso wie der Ehemann.

Seit mehr als 20 Jahren lebt das Paar nun im Ruhestand. Dass beide im hohen Alter noch fit sind, erklärt Josefine Kolb so: 'Wir machen jeden Tag ein Mittagsschläfchen, gehen danach spazieren und trinken dann eine Tasse Kaffee.' Bis ins 73. Lebensjahr ist die zweifache Großmutter und Urgroßmutter noch mit zum Skilaufen gegangen. Otto Kolb braust heute noch die Hänge hinab – in Jungholz, 'weil’s dort über 80 nichts mehr kostet'.

Trotz aller Gemeinsamkeiten: Meinungsverschiedenheiten gab es auch im Hause Kolb. Aber es sei wichtig, 'dass man Achtung hat voreinander', sagt die Ehefrau, die an ihrem Mann besonders schätzt, dass er 'sehr fürsorglich und hilfsbereit' ist. Sie findet es gut, dass sie viel miteinander lachen.

Und was gefällt ihm bis heute an seiner Josefine? Otto Kolb sagt schlicht: 'Sie ist eine ganz liebe Frau.'

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