Amtsgericht
Opfer auf dem Heimweg aufgelauert und verprügelt

Eigentlich habe er ein neues Leben anfangen wollen, schilderte der Angeklagte vor Gericht. Als er ins Oberallgäu kam, wollte er Abstand gewinnen von seiner kriminellen Vergangenheit, wegen der er auch seine Heimatstadt verließ. Doch jetzt hat der 26-Jährige, der in elf Fällen vorbestraft ist, erneut zugeschlagen. Nach einem Streit in einer Bar in Bad Hindelang, wo Täter und Opfer mit Arbeitskollegen gefeiert hatten, lauerte er seinem Kontrahenten auf dem Heimweg auf.

Zunächst schubste der Angeklagte sein Opfer, das daraufhin stolperte und rücklings auf den Boden fiel. Dann setzte der 26-Jährige sich auf sein Opfer und schlug diesem mit der Faust ins Gesicht. Wie der Staatsanwalt vor Gericht ausführte, schlug der Angeklagte so hart zu, dass das Opfer zwischenzeitlich das Bewusstsein verlor. Als der Geschädigte wieder zu sich kam, habe der Angeklagte erneut zugetreten und das Opfer wüst beschimpft. Durch den Tritt erlitt der am Boden liegende Mann einen Rippenbruch. Zudem erlitt das Opfer eine Schädelprellung und einen Bluterguss am Auge durch die Schläge. Der Verletzte schleppte sich zu seinem Hotel und verständigte die Polizei, gab das Opfer zu Protokoll.

Mit der Faust ins Gesicht

Der Angeklagte gab zu, sein Opfer mit der Faust ins Gesicht geschlagen, bestritt jedoch den Geschädigten getreten zu haben. Der Angeklagte nannte den Vorfall einen «einmaligen Ausrutscher» und kündigte an, sich zu entschuldigen. «Ich werde mir so etwas nicht mehr zuschulden kommen lassen.»

Der Staatsanwalt zeigte wenig Verständnis für das Verhalten des Angeklagten und forderte einen Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung. Als Grund dafür führte er die Schwere der Verletzungen, die Vorgehensweise bei der Tat und die drei einschlägigen Vorstrafen wegen Körperverletzung des Angeklagten.

Der Richter Dr. Alexander Hirschberg entschied, dem Angeklagten noch eine Chance zu geben: Er setzte die Freiheitsstrafe von einem Jahr zur Bewährung aus. Zwar sei die «äußerste Grenze» für eine Bewährungsstrafe erreicht, weil erhebliche Verletzungen entstanden seien. «Nehmen sie dieses Urteil als allerletzten Warnschuss», warnte er den Angeklagten. «Bei weiteren Vorfällen kommt eine Bewährung nicht mehr in Betracht.» Die Bewährungszeit dauert fünf Jahre, zudem muss der Angeklagte 120 Arbeitsstunden in einer gemeinnützigen Organisation ableisten. Der 26-Jährige nahm das Urteil an.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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