Polizei
Nicht alles, was Räder hat, darf überall fahren

Nur weil etwas Räder hat, darf es noch lange nicht überall fahren. Das stellten kürzlich auch zwei 14 Jahre alte Jugendliche fest, die mit Skateboards die Jochpassstraße bei Bad Hindelang (Oberallgäu) hinunter gesaust waren. Die Polizei zog beide aus dem Verkehr und verwarnte sie.

«Rollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe, Skateboards und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind keine Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO)», erklärt Sven-Oliver Klinke, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Für sie gelten im öffentlichen Straßenverkehr die gleichen Regeln wie für Fußgänger. «Man darf die genannten Fortbewegungsmittel also nur dort betreiben, wo Fußgängerverkehr zugelassen ist - und nur in Schrittgeschwindigkeit», sagt Klinke. Das heißt: Sind Gehwege oder Seitenstreifen vorhanden, müssen sich auch Skateboardfahrer & Co. dort bewegen.

Fußgänger dürfen nur aus zwei Gründen auf die Straße: Erstens, wenn kein Gehweg entlang der Straße verläuft. Dann lautet die Vorschrift für sie: Inner- und außerhalb geschlossener Ortschaften den linken Fahrbahnrand benutzen. Bei Dunkelheit, schlechter Sicht und wenn es die Verkehrslage erfordert, müssen sie zudem einzeln hintereinanderlaufen. Sie sollten helle, reflektierende Kleidung tragen.

Der zweite Grund ist, wenn Fußgänger sperrige Gegenstände mit sich führen, die andere auf Gehweg oder Seitenstreifen behindern könnten. «In diesen Fällen müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen», sagt Klinke. Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind für Fußgänger und ihnen gleichgesetze Fahrzeuge allerdings grundsätzlich tabu.

Sogenannte elektronische Mobilitätshilfen - zum Beispiel Roller mit Elektromotor (Segway) - dürfen nicht auf Bundes-, Land- und Kreisstraßen bewegt werden. Sie gelten aber dennoch als Kraftfahrzeuge und müssen deshalb innerhalb geschlossener Ortschaften auf Schutzstreifen und Radwegen gefahren werden. Fehlen diese, dürfen Elektroroller auf die Straße.

«Sport und Spiel» verboten

«Sport und Spiel» ist laut StVO auf Fahrbahnen, Seitenstreifen und Radwegen verboten. Durch das Zusatzzeichen «Skater frei» ist Inline-skaten und Rollschuhfahren auf Fahrbahnen in Einzelfällen erlaubt - wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden. Deshalb müssen sich Inlineskater laut Klinke unter besonderer Rücksichtnahme auf den Verkehr am rechten Straßenrand bewegen.

Wer gegen die Regeln der StVO verstößt, dem drohen Verwarnungs- oder sogar Bußgelder. Sind Personen- oder Sachschäden zu beklagen, kann es auch zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.

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