Bergwacht
Neue Rettungswache für Hindelang - Baubeginn und Spendenaufruf

'Wir packen’s jetzt an,' sagt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Toni Holzheu: Im März/April 2012 soll der Bau der neuen Rettungswache in Hindelang beginnen. Dabei gehen die Bergretter durchaus ein Risiko ein. Denn zwar sind durch Spenden und Zuschüsse immerhin rund 320 000 Euro gedeckt. Aber zur erwarteten Baukostensumme von rund 450 000 klafft immer noch eine Lücke von 130 000 Euro.

Darüber hinaus stehen die Zeichen aber auf Start: Die Baugenehmigung liegt vor, wie Toni Holzheu, Bürgermeister Adi Martin, Gemeinderat und Bergwachtler Albert Keck bei einem Treffen im Rathaus erklärten. Das Baugrundstück ist laut Martin – 'zu absolut fairen Bedingungen' gesichert – der Grund gehört etwa zu Dreivierteln der Gemeinde, zu einem Viertel den Rechtlern.

Und irgendwie erwarten ja auch die bisher so großzügigen Spender, dass das Vorhaben umgesetzt wird. Deshalb, sagt Holzheu, beende man die Planungsphase und verhandle mit den Handwerkern: 'Wir wollen möglichst heimische Unternehmen beauftragen, aber wir müssen natürlich unheimlich auf den Preis schauen.' Den Spagat, hohe Qualität zu einem günstigen Preis zu bekommen, sei man den zahlreichen Spendern schuldig.

Dass über die Eigenmittel der Bergwacht hinaus mehr als Zweidrittel der Baukosten gedeckt sind, ist 'wirklich beachtlich', sagen Keck und Holzheu dankbar für die große Solidarität mit der Bergwacht.

Der Staat, so Keck, tue viel für die Bergrettung und stecke Millionen in die Ausstattung – aber in Gebäude investiere er nicht. Einen großen Batzen trägt aber die Gemeinde bei: 'Bei einer Million Tagesgästen und einer Million Übernachtungen im Jahr ist die Bergrettung eine für Hindelang elementare Aufgabe', begründet das Martin. Die Marktgemeinde bringt deshalb das Geld ein, das sie aus dem Verkauf des alten Gebäudes erhält: 125660 Euro.

Dazu kommen Beiträge unter anderem von Bergbahnen, Stiftungen, Skischulen, Vereinen, Banken – und insgesamt 24 600 Euro von privaten Einzelspendern. Leider reicht’s trotzdem noch nicht. Deshalb bittet die Bergwacht weiter um Hilfe und hofft, dass mancher, der gerne in den Hindelanger Bergen wandert, einen Beitrag leisten mag: 'Es sind ja nicht nur Gäste, sondern auch viele Allgäuer bei uns', sagt Keck.

Wie berichtet sind in Hindelang die alte Rettungswache, der Hubschrauberlandeplatz, Skidoo-Stadel über den Ort verteilt, der Bereitschaftraum liegt ungünstig und ist oft zugeparkt. Andererseits können die Einsatzkräfte selbst nicht direkt am Depot ihre Autos abstellen. Und im Keller der ehemaligen Kurverwaltung in Bad Oberdorf herrscht absoluter Platzmangel.

Dass hier etwas geschehen muss, machen auch die Einsatzzahlen deutlich: 1990 rückte die Hindelanger Bergwacht 59 Mal aus. 2000 hatte sie 148 Einsätze, 2010 dann 392. Künftig ist alles in einem modernen Gebäude untergebracht, die Fahrzeuge sind vor Ort, Gerät kann in einem eigenen Raum vernünftig gelagert und gewartet werden, ein Schulungsraum erleichtert die wichtige Nachwuchsarbeit. Und die Bergwacht erreicht ihr Haupteinsatzgebiet im Winter, die Hornbahn und die Rodelbahn, in kürzester Zeit.

Spenden an die Bergwacht Hindelang: Konto 109017704, BLZ 733 699 20 bei der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd, Stichwort: 'Bergrettungswache'. Jeder Cent, verspricht die Bergwacht, geht in das Objekt.

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