Buddhismus-Stiftung
Naturschützer wehren sich mit Verfassungsklage gegen Ausbaupläne auf Gut Hochreute

Jahrzehntelang befand sich die Jugendstilvilla des Guts Hochreute im Dornröschenschlaf. Seit 2007, als die Buddhismus-Stiftung Diamantweg mit der Leitfigur Ole Nydahl das Anwesen oberhalb des Alpsees bei Immenstadt kaufte, um ein fernöstliches Meditations-Zentrum zu errichten, ist es mit der Abgeschiedenheit vorbei.

Zwar finden seitdem immer wieder buddhistisch geprägte Sommercamps mit bis zu 3000 meditierenden Menschen im idyllischen Alpenvorland statt. Doch erst die jüngsten Erweiterungspläne der Stiftung für ihr Europa-Zentrum haben jetzt zehn Immenstädter derart aufgeschreckt, dass sie gegen das vom Landkreis Oberallgäu und der Stadt Immenstadt bewilligte Vorhaben mit einer Popularklage zum Bayerischen Verfassungsgerichtshof marschieren.

Wie bereits kurz berichtet, glauben die Kläger - es sind allesamt Mitglieder des Bund Naturschutz (BN) in Immenstadt - dass sich die Bauherren mit einem << Laienkloster >> und einem << riesigen Tempel >> derart im Landschaftsschutzgebiet ausbreiten, dass der freie Zugang zur Natur nicht mehr gewährleistet sei. Dies aber garantiert die bayerische Verfassung.

Die lokalen Naturschützer erheben in einer Pressemitteilung schwere Vorwürfe gegenüber Behörden und Bauherren. Angeführt vom Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe und Ansprechparter für die Verfassungsklage, Dr. Rolf Grebenstein, bezichtigen die Kläger die von ihnen so betitelte << esoterische Splittergruppe >>, von Anfang an die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. Den Behörden wird angelastet, den Expansionsdrang nicht zu bremsen.

Im Landratsamt Oberallgäu und im Immenstädter Rathaus weist man die Vorwürfe zurück. Jegliche Verfahrenschritte sowohl bei der Landschaftsschutzverordnung als auch beim << vorhabensbezogenen Bebauungsplan >> seien << demokratisch legitimiert >>, legt Andreas Kaenders als Pressesprecher der Kreisbehörde dar. Die Öffentlichkeit sei beteiligt gewesen. Vom Grundsatz her habe sogar der Bund Naturschutz zugestimmt. Jetzt wartet man auf einen konkreten Bauantrag der Stiftung.

Ähnlich äußert sich die Stadtverwaltung Immenstadt durch ihren zuständigen Referatsleiter Ernst Umseher. Es bestehe << kein Anlass, an der Verfassungsmäßigkeit der Verordnung bzw. der Satzungen zu zweifeln >>. Umseher: << Landkreis und Stadt sehen dem Ausgang der Popularklage gelassen entgegen. >>

Kernpunkt des Streits sind unterschiedliche Zahlen, zur Grundfläche und Geschosshöhe der Bauwerke, zum Landschaftsumgriff der denkmalgeschützten Gutsgebäude. Das Landratsamt beruft sich darauf, dass seine Grundfläche von 1600 Quadratmetern für die Neubauten nicht überschritten werden dürfe. Die Umweltschützer hingegen gehen aufgrund der Internet-Seite der Buddhismus-Stiftung davon aus, dass 4200 Quadratmeter neu bebaut werden sollen.

Die Stiftung bedauert den angebahnten Gerichtsstreit um das Acht-Millionen-Projekt. Wie Pressesprecherin Nadja Graf darlegt, beziehen sich die 4200 Quadratmeter Neubaufläche auf die Bruttogrundfläche, über alle Stockwerke hinweg.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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