Herz fürs Brauchtum
Nach seiner Zeit als Plattler ist Joachim Wechs aus Ofterschwang noch als Solojodler und Posaunist aktiv

Trachtler, Jodler, Musiker: Joachim Wechs engagiert sich aus Überzeugung für seine Heimat. Seine Jahre als Plattler sind ihm unvergessen. 'Das war eine schöne Zeit.' Geplattelt wurde in Ofterschwang schon in den 30er Jahren. Einen Verein gab es damals allerdings noch nicht. Als 1973 der Trachtenverein Alpenrose Ofterschwang gegründet wurde, gehörte Joachim Wechs gleich zur ersten, vereinseigenen Plattlergruppe. Er war lange Jahre aktiver Plattler und Betreuer und Ausbilder der Kindergruppe.

Als er mit 18 den Führerschein hatte, gehörte es auch zu seinen Aufgaben, die Kinder aus den Dörfern abzuholen, sie zu den Proben nach Ofterschwang zu fahren und sie wieder nach Hause zu bringen. 'Manchmal sind wir zusammen Eis essen gegangen oder haben Ausflüge gemacht', erzählt der 46-Jährige. Von den Plattlerkindern von damals sind heute noch einige aktiv mit dabei.

Brauchtum zu pflegen und zu leben ist ihm immer ein Anliegen gewesen. Entsprechend gern erinnert er sich an seine aktiven Jahre im Trachtenverein. Wechs hat eine Zeitlang mit den Trachtlern auf dem Sigiswanger Horn den Funken aufgebaut, und er ist beim Klausentreiben 'mitgesprungen'. Am ersten Tag war die Gruppe in Ofterschwang unterwegs, am zweiten in den Orten drumherum.

'Wir sind alle zusammen mit Traktor und Viehwagen in die Dörfer gefahren', erzählt Wechs. 'Und wir haben sehr viel Spaß gehabt.' Mit 24 hat Joachim Wechs geheiratet. Damit war für ihn Schluss mit dem Platteln. 'Eigentlich schade', meint er. In vielen Trachtenvereinen ist es ungeschriebenes Gesetz, dass mit der Heirat die Plattler-Zeit zu Ende geht.

Heute lebt Joachim Wechs mit seiner Familie in Muderbolz und engagiert sich in verschiedener Weise für die Trachtensache. Zum Beispiel als Juror beim Wertungsplatteln der Interessengemeinschaft Tracht. Sein Eindruck vom Wertungsplatteln 2012 in Blaichach: 'Die Gruppen sind auf einem guten Stand.'

Als vor 25 Jahren die Jodlergruppe Ofterschwang entstand, war Joachim Wechs Gründungsmitglied. Heute ist er Vorsitzender und – zusammen mit Angelika Rohrmoser – Solojodler im Ensemble. Zum Jubiläum haben die Jodler im vergangenen Herbst den 64. Lieder- und Jodlertag ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde ein großes Fest veranstaltet.

Seit 35 Jahren ist Wechs Posaunist bei der Musikkapelle Bihlerdorf-Ofterschwang. Bei Veranstaltungen wie dem 'Musikalischen Frühschoppen' stehen die Jodler und die Blasmusiker abwechselnd auf der Bühne. Und weil Wechs in beiden Ensembles ist, muss er sich zwischendurch immer wieder umziehen.

'Bei den Jodlern brauche ich Edelweißhosenträger und einen Hut mit Gamsbart. Wenn die Blechmusik an der Reihe ist, ziehe ich die rote Weste über die Hosenträger, setze den Jodlerhut ab und den Musikerhut auf. Ich hab’ das im Griff. Das geht ganz schnell.'

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