Konzert
Mundharmonika-Quartett Austria verblüfft in Sonthofen mit stimmungsvollen Bearbeitungen von Johann Strauß bis Elvis Presley

Hat man sowas schon gesehen? Und gehört? Mundharmonikas in Größenordnungen von zwei bis 58 Zentimetern in Aktion – und zwar konzertreif! Jeder der vier Blas-Musiker auf der Riesenbühne ist ausgestattet mit Funk-Tonabnehmer, klug dosiert verstärkt. So dass im Saal des Sonthofer Hauses Oberallgäu für das halbe Hundert Besucher ein Sound entsteht, der Orchesterqualität hat.

'Aber die Technik ist nur so gut wie der Tonmeister der Kulturwerkstatt, und der heißt Tim Hecking', sagt Hans Ortner, der Mann an chromatischen und diatonischen Mundharmonikas. Seine drei Mitstreiter, die den satten Sound erzeugen, sind Gerald Seyr (chromatische), Brigitte Laska (Bass-) und Thomas Stockhammer (Akkordmundharmonika).

Schon 20 Jahre ist das Mundharmonika-Quartett Austria unterwegs auf den Bühnen rund um den Globus. Und dieser Welt-Erfahrung im Wortsinn entspricht auch der Programmteil 'Kleine Weltreise': von Wien über Ungarn ('Gypsy Carneval') weiter nach Russland ('Kalinka'), Griechenland ('Sirtaki') und Mexiko ('Guantanamera').

Positive Überraschung

Wieder zu Hause in Österreich, erklingt eine erstaunlich orchestrale Version der 'Annen-Polka', mit allen obligaten Vorschlägen und Trillern – Johann Strauß hätte sich dabei köstlich amüsiert. Auch für Glenn Miller wäre die originalgetreue Variante seines 'In the Mood' eine positive Überraschung – einmal abgesehen von den unverbesserlichen Marschklatschern im Publikum.

Bei der Spielweise dieses Quartetts fragt man sich ernsthaft, ob der populäre 'Klarinettenmuckl' nicht ursprünglich für Mundharmonika(s) komponiert wurde … Und Elvis-Fans vermissen bei 'Angel in Disguise', 'Fools Rush in' oder 'Muß i denn zum Städtele naus' wirklich kein Schlagzeug.

Zum Western-Medley am Schluss singt und brummt ein spontaner Zuhörer-Chor als Background mit: 'I was born under a wandering star', 'Tom Dooley', 'Bonanza', 'Von den blauen Bergen kommen wir' … Und natürlich darf als zweite Zugabe die Krönung nicht fehlen, der Hit aller Hits für verfilmte Mundharmonika, im O-Ton und in voller Länge: 'Spiel mir das Lied vom Tod'. Einfach Klasse.

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