Amtsgericht
Mit einer Waffe in der Kneipe herumhantiert

Besucher einer Kneipe in Immenstadt waren schier entsetzt, als plötzlich zwei junge Männer vor ihren Augen mit einer Waffe hantierten. Sogar durchgeladen wurde die Pistole. Gäste alarmierten die Polizei. Zwar handelte es sich, wie sich erst später zeigte, lediglich um eine Schreckschusspistole. Aber Richter Andy Kögl machte den jetzt vor das Amtsgericht Sonthofen zitierten beiden Angeklagten unmissverständlich klar, dass die Angelegenheit in dem Lokal beileibe keine Bagatelle und kein Spaß gewesen sei.

Der bislang unbescholtene eine Angeklagte - 27 Jahre alt und Eigentümer der Waffe - wurde zu einer Geldstrafe von 3150 Euro (90 Tagessätze) verurteilt. Sein 32 Jahre alter Kumpel, der wegen zahlreicher Vorstrafen auch Gefängniserfahrung besitzt, erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten. Als allerletzte Chance für ihn wurde sie zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der 32-Jährige eine Geldbuße über 500 Euro berappen. Beide Angeklagten, die sich zudem einer Festnahme durch die Polizei widersetzten, nahmen das Urteil noch im Gerichtssaal an. Sie wirkten zerknirscht und entschuldigten sich per Handschlag bei den Beamten.

«Es war bescheuert von mir, die Waffe mit ins Lokal zu bringen», gestand der 27-Jährige ein. Im Lokal zeigte er die Pistole seinem Freund. Der lud die Waffe sogar durch. Auch Patronen befanden sich im Magazin. «Aus Neugier» habe er damit herumhantiert, wie der Angeklagte bekannte: «Ich habe aber nicht geschossen.»

Selbst die Polizisten konnten nach der Alarmierung nicht gleich die Situation richtig einschätzen: Ist die Pistole echt oder nicht? Sie mussten sogar zweimal ausrücken. Beim ersten Male war es dem Duo noch gelungen, die Waffe zu verstecken. Doch es setzte kurze Zeit darauf noch eine weitere Durchsuchung, wobei sich die Pistole schließlich im Gürtel des Waffenbesitzers fand.

Mit Händen und Füßen gewehrt

Dass sich beide alkoholisierten Männer mit Händen und Füßen gegen ihre Festnahme durch die Ordnungshüter wehrten, machte die Strafsache noch schlimmer. Vier Polizisten waren schließlich damit beschäftigt, die beiden zu bändigen, wie bei der Zeugenbefragung deutlich wurde. Es half nur der Einsatz von Pfefferspray, weil der ältere der beiden auch noch versucht hatte, einen der Uniformierten in die Hand zu beißen.

Der Verteidiger bat inständig darum, seinen erheblich vorbestraften Mandanten vor der Haftanstalt zu bewahren, obwohl der Angeklagte auch früher schon mehrfach wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte negativ aufgefallen war. Als Vater eines Kindes gehe sein Mandant nun einem geregelten Berufsleben nach. «Wenn er ins Gefängnis muss, wird alles privat Aufgebaute zerstört», stellte sich der Rechtsbeistand vor den Beschuldigten.

«Sie standen ganz knapp davor», verschonte denn auch der Richter den 32-Jährigen ein allerletztes Mal vor schwedischen Gardinen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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