Immobilien
Missen öffnet sich auswärtigen Bauwilligen

Es ist noch nichts beschlossen, aber der Tenor im Gemeinderat ist klar: Eine große Mehrheit ist dafür, dass auf den kommunalen Bauplätzen in Missen-Wilhams in Zukunft nicht nur mehr Einheimische, sondern auch auswärtige Häuslebauer zum Zuge kommen sollen. Die Gemeinde rechnet damit, dass wegen der vergleichsweise günstigen Baulandpreise die Nachfrage groß ist. Sie will sicherstellen, dass sich trotz der Öffnung ortsansässige Bauwerber bevorzugt häuslich niederlassen können.

Bisher herrscht in der Gemeinde eine rigide Bauplatz-Vergabe. Ein Haus auf kommunalem Grund bauen darf (mit wenigen Ausnahmen) nur, wer aus Missen-Wilhams kommt. Neues Bauland gibt es zurzeit nur in Missen selbst. Die alte Regelung hatte zum Zweck, Einheimischen zu ermöglichen, in der Gemeinde zu bauen.

Damit die es sich bei den im Allgäu relativ hohen Quadratmeterpreisen überhaupt leisten können, kostete der in Missen-Wilhams zuletzt 120 Euro. Diese Regelungen bezogen sich auf Bauplätze, die der Gemeinde gehören, wie das Gebiet Kreuzwiesen Nord-Ost. Auf den Verkauf privaten Grundes oder bestehender Gebäude hat die Gemeinde keinen Einfluss.

Warum Missen nun andere Wege gehen möchte, begründete Bürgermeister Hans-Ulrich von Laer: 'Wenn wir eine gut durchmischte Gemeinde mit einem ausgeglichenen Altersverhältnis bleiben wollen, müssen wir uns öffnen.'

Das sei auch nötig, um angesichts sinkender Geburtenraten Kindergarten und Grundschule langfristig im Ort zu sichern. Ein weiterer Grund sei, dass die kleine Gemeinde es sich nicht leisten könne, größere bebaubare Flächen zu erschließen und für mögliche Interessenten jahrelang vorzufinanzieren.

Einer Meinung waren die Gemeinderäte, dass es nach wie vor oberstes Ziel sein müsse, Einheimischen bezahlbares Bauland anzubieten. Norbert Reggel äußerte die Sorge, dass der Baupreis bei einer Öffnung in die Höhe schnellt, weil Auswärtige viel höhere Preise bezahlen könnten.

Ernst Schwarz warnte davor, dass die Kläranlage nicht die Kapazität für neue, größere Baugebiete habe. Er forderte, dass die strenge Vergabepraxis erhalten bleiben soll, aber größere Ausnahmen möglich sein sollen. Martin Wipper sprach sich hingegen für eine Öffnung aus, um langfristig Kindergarten und Schule im Ort zu halten.

Jetzt arbeitet die Gemeinde Kriterien aus, nach denen die Bauplätze künftig vergeben werden. In der nächsten Sitzung sollen sie beschlossen werden.

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