Finanzen
Millionen Euro für eine kommunale Familienpolitik

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Ihrer Rolle als familienfreundliche Stadt will Sonthofen gerecht werden und investiert Millionen, damit der Nachwuchs gute Chancen hat. Nicht ohne Eigennutz: Denn finden Familien in der Kreisstadt gute Angebote, lassen sie sich eher dort nieder - vielleicht ein Mittel gegen eine Überalterung vor Ort. Die Etatberatung spiegelte solche Ansätze wider. «Wir haben uns für eine kommunale Familienpolitik entschieden und investieren», fasste es Bürgermeister Hubert Buhl zusammen. Der Haushaltsplan trage so wesentlich zur Zukunftssicherung der Stadt Sonthofen bei.

Neben den erheblichen Ausgaben für Schulen und Kinderbetreuung (also Pflichtaufgaben) müsse man auch Sonderprojekte anpacken. Buhl: «Das macht eine Stadt aus.» Familien benötigten auch Einrichtungen, die sie sich leisten können, etwa das geplante Kombibad in Altstädten oder das (umstrittene) Wassererlebnisprojekt am Schneiderhof. Herausforderung sei, sich der demografischen Entwicklung zu stellen und auch Chancen der frei werdenden Kasernenflächen zu nutzen.

An den Steuersätzen schraubt die Stadt heuer nicht. Einzig der Wasserpreis ist bereits zum 1. Januar leicht gestiegen (wir berichteten).

Der Verwaltungsetat für die laufenden Aufgaben der Stadt summiert sich in diesem Jahr auf knapp 31,4 Millionen Euro. Der Vermögensetat (er dient für die Investitionen) umfasst 10,2 Millionen Euro.

Haushaltsakrobatik ermöglicht dabei einen Etat, der heuer ohne Neuverschuldung auskommt. Allerdings nur auf dem Papier. Denn die Stadt hat beispielsweise die Millioneninvestition ins Gymnasium komplett im Vorjahr verbucht, ebenso die dazu gehörenden Schulden. Aus dem laufenden Etat investiert Sonthofen in die verschiedenen Projekte nur rund 8,9 Millionen Euro - finanziert über Zuschüsse, Rücklagen und anderes. Doch dazu kommen im Vorjahr eingeplante Ausgaben von zehn Millionen Euro, die komplett mit Darlehen bezahlt werden. Weil die regulären Tilgungen weiterlaufen, steigt der Schuldenberg unterm Strich von 26,5 auf 35,2 Millionen Euro.

Daher ist die Aussage, der Etat 2011 komme ohne neue Schulden aus, ein wenig Augenwischerei.

Eine große Diskussion über den Haushaltsplan 2011 blieb im Stadtrat aus. Er wurde nach den Stellungnahmen der Fraktionen bei zwei Gegenstimmen (Anja Bader, CSU, Stefanie Blaser-Reimund, SPD) beschlossen.

 

 

Viele Millionen investiert Sonthofen heuer - unter anderem in die Schulen, wie (links oben) an der Berghofer Straße. 1,7 Millionen Euro sollen Grundstücksverkäufe vom Familienbaugebiet Rieden (oben rechts) in die Kasse bringen. Für die Gestaltung des Altstädter Freibades als «Kombibad» sind im Haushalt 530000 Euro eingeplant. Fotos: Charly Höpfl

 

 

Für Umbauten im Bereich Hirsch- und Völkstraße hat die Stadt 1,2 Millionen Euro eingeplant. Der Großteil davon kommt über Zuschüsse und Zahlungen der Anlieger zurück.

 

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