Gewalt
Mann schlägt Freundin Bierflasche auf den Kopf

Der Angeklagte betrat in Handschellen den Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits vor der Verhandlung am Amtsgericht Sonthofen gegen einen 41-jährigen Oberallgäuer erlassen. Er hatte laut Anklage nicht nur seine Freundin über einen langen Zeitraum schwer misshandelt, sondern das Opfer zudem bedroht. "Wenn Du was sagst, bring' ich Dich um", soll der Angeklagte gesagt haben. An das Leben hinter Gittern wird sich der mehrfach vorbestrafte Mann nun gewöhnen müssen. Er wurde unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Eine Bewährung kam laut Richter Dr. Alexander Hirschberg nicht infrage: "Eine Strafaussetzung ist fern jeder Realität."

Den Zuhörern stockte im Gerichtssaal der Atem, als die Staatsanwältin die Anklageschrift verlas, die die einzelnen Gewalttaten aufzählte, die der Angeklagte seiner 39-jährigen Freundin angetan haben soll. Wie das Opfer in einer Zeugenaussage sachlich darlegte, hatte sie ihr damaliger Freund wiederholt geschlagen, wobei er ihr einen Nasen- und Jochbeinbruch zufügte, zudem trat er ihr ins Gesicht, drückte eine Zigarette auf ihrem Arm aus und schlug ihr eine Bierflasche auf den Kopf. Den Schlag mit der Flasche hatte eine Zeugin beobachtet. Auch zwei Freunde des Paares sagten vor Gericht aus: Sie hatten versucht, den 41-Jährigen zur Rede zu stellen.

Daraufhin ging der auf das Paar los, verdrehte der Frau einen Arm und verletzte den Mann mit einem abgebrochenen Glas, mit dem der Angeklagte auf seine Freundin losgehen wollte.

Der Angeklagte bestritt fast alle Vorwürfe, räumte nur einen Schlag mit dem Handrücken ein. 'Wir haben eine schwierige Beziehung hinter uns', sagte der 41-Jährige. 'Aber ich habe sie weder mit den Füßen getreten, noch mit einer Flasche geschlagen.' Zudem sei er von seiner Freundin, die ihn mehrfach betrogen habe, vor den Taten provoziert worden. Beide waren während der Auseinandersetzungen schwer betrunken. Das Opfer räumte vor Gericht ein, alkoholabhängig zu sein. Der Verteidiger sprach von 'Beziehungsstreitigkeiten, an denen beide ihren Anteil hatten.

' Zudem hätten alle Zeugen einen 'Belastungseifer' an den Tag gelegt, so der Anwalt. Sein Mandat habe unter Alkoholeinfluss gehandelt, außerdem war ihm von einem Gutachter eine 'verminderte Steuerungsfähigkeit' attestiert worden. Der Verteidiger forderte eine geringe Strafe.

'Sie haben sich ein leichtes Opfer ausgesucht, das sich nicht wehren konnte', warf die Staatsanwältin den Angeklagten vor. 'Sie haben gedacht, sie kommen davon, weil man dem Opfer wegen ihrer Alkoholkrankheit nicht glaubt.' Zudem habe der Angeklagte keinerlei Reue gezeigt, so die Staatsanwältin.

Verletzungen als Beweis

Neben den glaubwürdigen Zeugenaussagen seien die Verletzungen der Opfer (sie waren im Krankenhaus fotografiert worden) der Beweis für die Taten, hatte auch Richter Hirschberg keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. 'Sie sind über einen langen Zeitraum immer wieder gegen eine Frau tätlich geworden, die ihnen körperlich unterlegen war', sagte der Richter. 'Auch wenn sich das Opfer selbst nicht immer wie ein Engel verhalten hat, rechtfertigt das keineswegs ihre Taten', stellte der Richter klar. Der Angeklagte und sein Verteidiger ließen offen, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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