Freizeit mit Profil (60)
Leiter Michael Rohrmoser schreibt für die Ofterschwanger Jodlergruppe auch eigene Stücke

,,Vater' des Jubiläums ist Otto Auffinger: Der heute 73-jährige Landwirt in Ofterschwang hatte vor 25 Jahren die Idee, eine Jodlergruppe zu gründen. Er sprach Hubert Wechs aus dem Ortsteil Muderbolz an, und das nicht ohne Grund. Denn Wechs, gebürtig aus Hinterstein, war als ehemaliges Mitglied der jodelnden Gebrüder Wechs zweifelsohne kompetent.

Der erfahrene Jodler wiederum nahm Kontakt zum Fischinger Konrektor und Leiter der Bolsterlanger Jodler, Theo Pindl, auf, der bereitwillig den musikalischen Chefposten - für 20 Jahre - übernahm. Ein Rundbrief brachte damals 20 sangesfreudige Ofterschwanger zusammen.

Pindl habe eine ,,Wahnsinns-Geduld" bewiesen, erinnert sich Auffinger. Und er habe gleich ,,einstudiert nach Noten". Was dann den einen oder anderen zu einem Rückzieher bewog. Aber immerhin: 16 Mann blieben bei der Stange. Von denen singen heute immer noch sechs, berichtet Vorsitzender Joachim Wechs (46), Sohn von Mitgründer Hubert. Der Landwirt ist ebenfalls von Anfang an dabei. Er findet es toll, dass der Gesang generationsübergreifend, vom 27-Jährigen bis zum 73-Jährigen, funktioniert.

Wobei das jüngste Mitglied im Sopran mitsingt: Angelika Rohrmoser ist die einzige Jodlerin in der zwölfköpfigen Gruppe. Vor sechs Jahren hatte sie selbstbewusst erklärt, dass sie gerne bei den Männern mitsingen wolle. Der Hintergrund: Ihr Freund und jetziger Ehemann Michael war bei den Jodlern. Die Kollegen hatten kein Problem mit dem Neuzugang, sagt Joachim Wechs.

Angelika habe sich hervorragend eingeführt. Otto Auffinger: ,,Wir sind froh, dass wir sie haben."

Michael Rohrmoser ist seit zweieinhalb Jahren der musikalische Leiter der Gruppe. Der 28-jährige Metallbauer, der im Sommer auf einer Balderschwanger Alpe lebt und arbeitet, hatte die Position übernommen, um die Gruppe wieder zu motivieren. Musikalisch sei nach dem Ausscheiden von Theo Pindl im Jahre 2006 ,,nicht mehr so viel vorangegangen". Reichlich Know-how brachte Rohrmoser als Flügelhornist bei der Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang mit. Mit acht Jahren hat er dort angefangen und bei den Proben immer sehr gut aufgepasst.

,,Er hat gute Ohrwaschln", bescheinigt ihm Joachim Wechs Talent und Führungsfähigkeiten. ,,Ich finde, er macht's sehr gut." Rohrmoser winkt ab: Im Vordergrund stehe die Kameradschaft. ,,Wenn die Kameradschaft stimmt, singt sich's halb so schwer." Er legt bei der Arbeit großen Wert auf Intonation und Stimmausgleich. Die Auswahl der Stücke erfolge ,,manchmal demokratisch", grinst der junge Jodler. Das Ziel sei, ,,Altes zu pflegen und Neues zu schaffen", meint er dann diplomatisch und verschweigt bescheiden, dass er für die Gruppe auch neue Stücke schreibt.

Rohrmoser erzählt: Wenn ihm eine Melodie im Kopf herumgehe, dann spiele er sie auf dem Flügelhorn und übertrage sie dann in Notenschrift. Die Texte fallen ihm oft während der Arbeit ein. Er findet es richtig ,,interessant", wie das, was er zu Hause aufschreibt, dann in der Gruppe klingt. Vier Stücke hat er bisher geschrieben, zwei davon finden sich auch auf der ersten CD der Jodlergruppe, die im August gemeinsam mit anderen Ofterschwanger Musikgruppen fertiggestellt wurde.

Die Idee zu dem Musikträger hatte Joachim Wechs, der auch noch die Posaune in der Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang spielt. Er fand das Projekt angemessen zum Jubiläum. Und wer weiß, vielleicht gibt es in ein paar Jahren sogar eine zweite CD.

,,Da wird noch vieles kommen", versichert Komponist Michael Rohrmoser, der nicht nur Jodler, sondern auch gute Popmusik mag, wie zum Beispiel von der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Katy Perry. Allerdings handeln seine Texte weniger von Jungs und Teenager-Träumen, sondern von der Verbundenheit zu Natur und Heimat.

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