Handel
Leistungsgemeinschaft «Attraktive Stadt Sonthofen» unter neuer Führung

Gemeinsam sollten Handel und andere Gewerbetreibende an einem Strick ziehen. Doch das Ziel einer übergreifenden Wirtschafts- und Stadtmarketing-Vereinigung in Sonthofen ist vom Tisch.

Das gab Hans Fili in der Jahresversammlung der Leistungsgemeinschaft «ASS» bekannt und bedauerte: «Nur eine Minderheit sah Handlungsbedarf.» Unternehmen und die Stadt hätten zu wenig Interesse gezeigt und jeweils erwartet, dass die andere Seite initiativ wird. Zugleich zog Fili die vor zwei Jahren angekündigte Konsequenz: Er kandidierte nicht mehr für das Führungsamt der vorwiegend vom Einzelhandel getragenen Vereinigung «Attraktive Stadt Sonthofen».

Bedauern zeigte Bürgermeister Hubert Buhl auf Anfrage unserer Zeitung: «Gemeinsam sind wir stärker und hätten so mehr für den Standort erreichen können.» Das Thema Stadtmarketing müsse vielleicht erst noch weiter reifen. Ohne den großen Wurf einer stadtweiten Zusammenarbeit hält es Fili für umso wichtiger, die ASS zu stärken, in allen Branchen Mitglieder zu gewinnen.

Das hat die Vereinigung offenbar auch nötig. Kassier Hartmut Bruns sprach von einer «weiter unerfreulichen Mitgliederentwicklung»: Die ASS habe nicht einmal mehr 80 Mitglieder und keine Rücklagen auf dem Konto.

Die Bedeutung für den Standort Sonthofen und die Unternehmen werde von einigen verkannt, wundert sich Fili. Ohne die ASS gäbe es keine Standortwerbung durch verkaufsoffene Sonntage, die Alpeneinkaufsnacht oder Weihnachtsaktionen - ja nicht einmal eine Weihnachtsbeleuchtung. Er forderte, mit Mut und Überzeugung neue Mitglieder zu werben.

«Sie tun das vor allem für sich selbst.» Die Anwesenden bei der Versammlung nahmen all das kommentarlos zur Kenntnis. Es gab keinerlei Fragen oder Diskussionen. Nur zum Abschluss lobte Hubert Timmermann das über vierjährige Engagement von Fili als ASS-Chef und dankte dafür.

Menschen sollen gut leben

Und wie geht es weiter? Fili hofft, dass sich in Zukunft doch genug Fürsprecher für eine Marketingvereinigung finden. Die Projektgruppe «Zukunft Sonthofen», bei der Bürger in Zukunftsplanung und Weiterentwicklung Sonthofens einbezogen werden, sei dafür gute Grundlage.

Ins Boot gehörten bei so einer Wirtschaftsvereinigung auch größere Firmen und Unternehmen. Für nötig hält Fili eine Verzahnung von Stadtentwicklung und -marketing: Es werde im Wettbewerb der Städte weniger um die Ansiedlung neuer Unternehmen und Einzelhandelsgiganten in den Innenstädten gehen, sondern mehr darum, ob die Menschen dort gut leben können, sich zuhause fühlen und das gesellschaftliche Leben funktioniert.

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