Soziales
Landratsamt übernimmt die Arbeitsvermittlung von Hartz-4-Empfängern

«Nicht alles anders, aber einiges besser machen» will das Landratsamt Oberallgäu, wenn es sich ab Januar allein darum kümmert, Hartz-4-Empfängern einen Arbeitsplatz zu vermitteln. Die Kreisbehörde setzt auf verstärkte Zusammenarbeit - hausintern sowie mit den Kommunen und Trägern von Einrichtungen.

Die Experten des Jugendamtes können beispielsweise helfen, um jungen Menschen einen Job zu vermitteln oder im Weg stehende Probleme zu lösen. Zehn Städte und Landkreise in Bayern waren mit ihrer Bewerbung erfolgreich und dürfen den Bereich der Arbeitsvermittlung als << Optionskommune >> künftig selbst abdecken.

Ursprünglich hatte sich das Arbeitsamt (heute Agentur für Arbeit) um alle Arbeitslosen gekümmert. In den vergangenen Jahren lief die Begleitung von Hartz-4-Empfängern über ein gemeinsam von Landratsamt und Arbeitsagentur betriebenes Jobcenter. Auch das ist in Kürze Geschichte.

Laut Abteilungsleiter Ralph Eichbauer will der Kreis künftig stärker vom einzelnen Menschen ausgehen, mögliche komplexe Probleme gemeinschaftlich lösen. Dabei baue man auf der guten Arbeit des Jobcenters auf.

Gleichwohl sieht Eichbauer ohne Arbeitsagentur große Vorteile für den Landkreis: So könne man Besonderheiten des regionalen Arbeitsmarktes stärker berücksichtigen, sei doch die Lage im touristisch geprägten Süden anders als im nördlichen Oberallgäu. Das stellen künftig zwei Regionalteams (Süd und Nord) sicher. Und: << Wir sind in der Lage, schnelle Entscheidungen zu treffen >> - also ohne auf die Meinung einer übergeordneten Dienststelle zu warten.

Kinderbetreuung wichtig

Näher am Menschen heißt es für Eichbauer auch beim Blick auf spezielle Gruppen: So will der Kreis bei der Stellenvermittlung die Erfahrungen älterer Erwerbsloser in die Waagschale werfen. Auch Alleinerziehende seien oft gut qualifiziert; da scheitere die Aufnahme eines Jobs an anderen Gründen wie etwa der Kinderbetreuung.

Ein Punkt, der Kreisrat Ulrich Geiger (CSU) wichtig ist. Er nannte die Kinderbetreuung sogar ganz entscheidend. << Das Thema müssen wir lösen, um die Menschen unterzubringen. >>

Wenn eine Alleinerziehende beispielsweise bis 17 Uhr arbeiten müsse, da aber der Kindergarten schon schließt, sei das ebenso problematisch wie möglicherweise unzureichende Nahverkehrsverbindungen.

Behördenintern will das Landratsamt die Motivation der Mitarbeiter fördern, die an der Entwicklung des neuen Konzeptes mitwirken können. Dabei freute sich Eichbauer auch, dass unter den bisherigen Beschäftigten der Arbeitsagentur eine große Bereitschaft herrsche, zum Arbeitgeber Landkreis zu wechseln.

Weil der etwas schlechter zahlt, gibt es für diese Kräfte eine Zulage, die bei künftigen Lohnerhöhungen << abschmilzt >>.

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