Unfall
Landratsamt Oberallgäu soll nach Fahrradunfall Schmerzensgeld zahlen

Das 1,50 Meter tiefe, kreisrunde Loch in der Kreisstraße zwischen Eckarts und Niedersonthofen ist aufgefüllt. An die Ausbesserungsarbeiten vor einigen Wochen erinnert nur noch frisch aufgebrachter Asphalt. Adelinde Veit aus Waltenhofen wird dieses Loch allerdings nie vergessen. Zu groß ist der Schmerz, den sie damit verbindet: Dort war die 61-Jährige vom Rad gestürzt. Sie trug schwere Verletzungen davon und macht das Landratsamt Oberallgäu dafür verantwortlich, indem sie nun Schmerzensgeld fordert. Das Landratsamt wird die Sache prüfen, heißt es von der zuständigen Pressestelle.

Nach Veits Meinung hat die Behörde fahrlässig gehandelt, denn die immer wiederkehrende Vertiefung in der Fahrbahndecke sei seit Jahren bekannt gewesen. Die Delle sei auch immer wieder mit Asphalt eingeebnet worden, zuletzt im Juni vor dem Allgäu-Triathlon. ?Aber dem wirklichen Grund der Absenkung der Kreisstraße ist die Behörde wohl nie auf den Grund gegangen,? kritisiert die Oberallgäuerin. Offenbar kurz nach ihrem Sturz brach die Senke vollends ein: Der Asphalt krachte rund 1,50 Meter in die Tiefe auf einer Breite von rund 70 Zentimetern.

Adelinde Veit war am Sonntag, den 21. August, nachmittags mit ihrem Radl zwischen Eckarts und Niedersonthofen unterwegs, als ihr Vorderrad durch die Straßenvertiefung plötzlich blockierte. Die Frau wurde vom Mountainbike geschleudert und blieb bewusstlos auf der Straße liegen.

Andere Verkehrsteilnehmer leisteten Erste Hilfe und informierten die Rettungskräfte. In der Notaufnahme des Krankenhauses Immenstadt kam die Waltenhofenerin wieder zu sich. ?Mein linker Ellenbogen war zerschmettert, ich hatte trotz Fahradhelms eine Gehirnerschütterung, Rippenbrüche sowie Prellungen und einen Jochbeinbruch.? Viele Tage wurde sie im Krankenhaus behandelt. Jetzt ist die Oberallgäuerin wieder zu Hause, klagt über anhaltende Schmerzen.

Noch Tage nach dem Unfall erinnerten Blutflecken auf dem Asphalt an den verheerenden Sturz der Waltenhofenerin. Das tiefe Loch wurde mit Warnbaken abgesichert.

Als Auslöser der immer wiederkehrenden Vertiefung sei schon seit längerem ein unter der Straße führender, verrohrter Bach in Verdacht gestanden, informierte auf Anfrage der AZ Anfang September Michael Stetter von der Straßenmeisterei Sonthofen. Das Bachrohr sei auch mehrfach von Sachkundigen mit einem Kanalspiegel kontrolliert worden. In der Röhre sei aber kein Leck erkennbar gewesen. Nachdem sich der Krater gebildet hatte, wurde allerdings die Vertiefung weiträumig aufgebaggert. Erst da sei der Riss im Kanalrohr entdeckt worden, sagte Stetter. Die undichte Stelle sei daraufhin verplombt und zubetoniert sowie der Hohlraum unter der Kreisstraße mit Kies aufgefüllt worden. ?Dass so eine Delle im Asphalt plötzlich aufbricht, ist mir noch nie zuvor passiert,? sagte Stetter damals im Gespräch mit der AZ.

Fahrradfahren ist für Adelinde Veit nach dem Sturz auf der Kreisstraße bei Niedersonthofen derzeit tabu. Sie muss ihre Blessuren zunächst auskurieren. Foto: Schmid

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